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EU-Türkei-Abkommen: Griechenland schiebt erste Flüchtlinge ab

Griechenland hat damit begonnen, die ersten Migranten in die Türkei zurückzuführen. Sowohl auf Lesbos wie auch auf der Nachbarinsel Chios liefen am Morgen erste Fähren aus. Die erwarteten Ausschreitungen bleiben zunächst aus.

Ein Flüchtling betritt ein Boot, das ihn von Griechenland zurück in die Türkei bringen soll

Ein Flüchtling betritt ein Boot, das ihn von Griechenland zurück in die Türkei bringen soll

 Im Rahmen des umstrittenen Pakts zwischen der Türkei und der Europäischen Union sind am Montag die ersten Flüchtlinge aus Griechenland abgeschoben worden. Eine Fähre mit dutzenden Menschen an Bord verließ am Morgen die Insel Lesbos, wie ein AFP-Reporter berichtete. Mehrere hundert weitere Flüchtlinge sollten später mit zwei weiteren Fähren von Lesbos und Chios in die türkische Hafenstadt Dikili gebracht werden. Die befürchteten Ausschreitungen blieben aus.

Auch aus der benachbarten Insel Chios sollten am Montagmorgen die ersten 66 Migranten in den türkischen Hafen Cesme gebracht werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Küstenwache.

Als erstes wurden Migranten ausgewiesen, die keinen Asylantrag gestellt haben oder aus sicheren Drittstaaten kommen, teilte ein Sprecher mit. 

35 Flüchtlinge sollen in Niedersachsen ankommen

Dem Abkommen zufolge sollen alle nach dem 20. März in Griechenland eingetroffenen Flüchtlinge abgeschoben werden, die kein Asyl in Griechenland beantragen oder deren Anträge abgelehnt wurden. Im Gegenzug für jeden zurückgeschickten Syrer hat die EU zugesagt, einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei auf legalem Wege aufzunehmen - bis zu einer Obergrenze von 72.000.

In Hannover sollen dabei am Montag die ersten 35 Flüchtlinge ankommen, die im niedersächsischen Friedland vorerst eine neue Bleibe finden werden.

mod / AFP / DPA