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EU-Gipfel in Brüssel: Mario Draghi wird neuer EZB-Chef

Ab November wird ein Italiener an der Spitze der Europäischen Zentralbank stehen. Der EU-Gipfel hat Mario Draghi zum neuen Chef ernannt. Er wird Jean-Claude Trichet ablösen.

Der EU-Gipfel hat den Italiener Mario Draghi zum neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) ernannt. Das berichtete EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Freitag in Brüssel. Damit wird Draghi sein Amt am 1. November in Frankfurt antreten.

Wie Diplomaten berichteten, bot das italienische EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi zuvor telefonisch an, auf seinen Sitz zu verzichten, um den Weg für seinen Landsmann Draghi freizumachen.

Politik nimmt indirekt Einfluss

Auf dem EU-Gipfel hatte es vor der Entscheidung Streit um die Ernennung Draghis gegeben. Frankreich wollte nicht hinnehmen, dass es nach dem Ausscheiden von Jean-Claude Trichet von der EZB-Spitze nicht mehr in der Führung der Notenbank vertreten ist und dass Italien dann künftig zwei Sitze hätte.

Der EU-Gipfel debattierte am Vormittag über das Angebot Bini Smaghis, seinen Posten bis Jahresende zu räumen. Da die Zentralbank eigentlich unabhängig ist, kann die Politik Direktoriumsmitgliedern nicht vorschreiben, ihren Posten vorher zu räumen. Die Amtszeiten der Direktoriumsmitglieder sind laut Statut der Notenbank auf acht Jahre festgelegt.

swd/DPA / DPA