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Europawahl: Von 22 bis 88 Prozent: So unterschiedlich fiel die Wahlbeteiligung in den EU-Ländern aus

Nach langem Abwärtstrend zeigten die Europäer in diesem Jahr mehr Interesse an der Europawahl. Doch innerhalb der EU zeigten sich massive Unterschiede. In einigen Ländern lag die Wahlbeteiligung bei über 80 Prozent. Andernorts sah das ganz anders aus.

Rumänien, Baleni: Eine Frau verlässt eine Wahlkabine in einem Wahlbüro für die Europawahl.

Rumänien, Baleni: Eine Frau verlässt eine Wahlkabine in einem Wahlbüro für die Europawahl. 49 Prozent der Wahlberechtigten stimmten in dem Land ab. 

DPA

Noch laufen die Auswertungen der Europawahl. Doch schon jetzt steht fest: Die Wahlbeteiligung ist dieses Mal deutlich höher ausgefallen als bei der vergangenen Wahl im Jahr 2014. Die durchschnittliche Wahlbeteiligung liegt nach Angaben des Europäischen Parlaments bei 50,7 Prozent - so hoch also wie seit 20 Jahren nicht mehr. 2014 waren es 42,43 Prozent.

Auch in Deutschland gab es einen deutlichen Sprung nach oben. 61,4 Prozent der Wahlberechtigten haben bei der Europawahl ihren Stimmzettel abgegeben. Vor fünf Jahren waren es lediglich 48,1 Prozent. 

Ebenso zeigte sich in anderen Ländern ein positiver Trend. So liegt zum Beispiel in Österreich die Wahlbeteiligung bei 59,30 Prozent. Im Vergleich zu der letzten Wahl ist das ein Anstieg von 14 Prozent.

Der Rekordhalter in Sachen Wahlbeteiligung ist jedoch Belgien. Hier haben 88,47 Prozent abgestimmt. Diese Zahl bedeutet jedoch einen kleinen Rückgang. 2015 hatten 89,64 Prozent der stimmberechtigten Belgier den Gang zur Wahlurne absolviert. Zu beachten ist allerdings, dass in Belgien Wahlpflicht besteht. 

Eine fast so hohe Wahlbeteiligung wie Belgien verzeichnete mit 84,1 Prozent Luxemburg, gefolgt von Malta mit 72,7 Prozent.

Die Schlusslichter

Innerhalb der EU zeigten sich Unterschiede. In der Slowakei stimmten nur 22,7 Prozent der Wahlberechtigten ab. Der Staat ist somit das Schlusslicht, was Wahlbeteiligung angeht. Auch in anderen osteuropäischen Ländern fiel die Beteiligung mager aus. Slowenien: 28,29 Prozent. Tschechien: 28,72 Prozent. Kroatien: 29,65 Prozent. Bulgarien: 30,83 Prozent.

Aber auch in einigen westeuropäischen Ländern zeigten die Bürger ein geringes Wählerinteresse. In Portugal liegt die Wahlbeteiligung bei 31 Prozent, in Finnland bei 40,7. Und in Großbritannien haben 37 Prozent der Wähler abgestimmt. Wer jedoch dieses Ergebnis auf den bevorstehenden Brexit zurückführt, irrt. 2014 gingen noch weniger Briten zur Europawahl. Damals stimmten 35,6 Prozent ab. 

Alle Ergebnisse der Europawahl können Sie unter dem folgenden Link auf der Seite des Europäischen Parlaments einsehen: https://www.election-results.eu/

Robert Habeck und Sven Giegold von den Grünen bei einer Pressekonferenz nach den Europawahlen
ivi