Fall Litwinenko Großbritannien wirft russische Diplomaten raus


Großbritannien hat vier russische Diplomaten des Landes verwiesen. Das Land reagierte damit auf die Weigerung Russlands, einen der Tatverdächtigen im Mordfall Litwinenko auszuliefern. London droht mit zusätzlichen Konsequenzen.

Im Streit um die Litwinenko-Affäre zieht Großbritannien erstmals konkrete Konsequenzen: Vier Diplomaten der russischen Botschaft in London werden ausgewiesen, erklärte der britische Außenminister David Miliband im Unterhaus. Dies sei die "angemessene Antwort" auf die "extrem enttäuschende" Entscheidung Russlands, den Verdächtigen Andrej Lugowoi nicht nach Großbritannien auszuliefern.

Zudem würden Verhandlungen über Visa-Erleichterungen ausgesetzt. Miliband kündigte weiter an, eine "Reihe an Belangen" bei der Zusammenarbeit mit Russland zu überprüfen. Großbritannien wolle mit anderen EU-Ländern darüber diskutieren, ob die britischen Anliegen in diesem Fall auch beim künftigen Dialog zwischen Russland und der EU berücksichtigt werden, so Miliband weiter.

Russland hatte zuvor abgelehnt, den Verdächtigen Lugowoi an Großbritannien auszuliefern. Er soll nach Auffassung der britischen Staatsanwaltschaft den russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko im November vergangenen Jahres mit radiokativem Polonium 210 vergiftet haben. Litwinenko starb Ende November in einem Londoner Krankenhaus.

DPA DPA

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