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Fidel Castro: "Es gab mehrere Operationen"

Der kubanische Präsident Fidel Castro liegt seit Monaten im Krankenhaus, aus seiner Krankheit hat er von Anfang an ein Staatsgeheimnis gemacht. Nun hat Castro sich zum ersten Mal über seine Krankheit und den Genesungsverlauf geäußert.

Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat zum ersten Mal selbst eingestanden, dass er nach seiner Erkrankung vor fast zehn Monaten mehrfach operiert werden musste. "Es gab nicht nur eine Operation, sondern verschiedene. Zunächst waren sie nicht erfolgreich, und dies führte zu einer verlängerten Genesungszeit." Viele Monate lang sei er intravenös ernährt worden. Nun zeigte sich Castro zuversichtlich über seinen Genesungsprozess. Er könne ausreichend feste Nahrung zu sich nehmen und habe sein ursprüngliches Gewicht wieder erreicht, schrieb Castro in einem durch die Regierung verbreiteten Kommentar, in dem er sich erstmals ausführlich zu seiner Erkrankung äußerte.

Castro berichtete aber nicht konkret, an was er erkrankt ist und um welche Art von Operationen es sich gehandelt hat. Die US-Regierung vermutete Krebs. In spanischen Medien hieß es, der 80-Jährige leide an Divertikulitis, einer Entzündung von Aussackungen im Dickdarm. Die spanische Tageszeitung "El Pais" hatte im Januar berichtet, Castro sei nach drei Operationen schwer erkrankt. Dies war jedoch von dem spanischen Arzt, der Castro behandelt hatte, und vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez dementiert worden. Die kubanische Regierung hatte sich dazu nie geäußert, sondern stets erklärt, dem Revolutionsführer gehe es besser. Castro hatte seine Krankheit selbst von Anfang an zu einem Staatsgeheimnis erklärt.

Die größten Gefahren für seine Gesundheit seien sein Alter und der nachlässige Umgang mit seiner Gesundheit in der Jugendzeit, sagte Castro, der vor 20 Jahren das Zigarrenrauchen aufgab. Wann er sein Amt wieder aufnimmt oder in der Öffentlichkeit auftritt, sagte Castro nicht. Seit dem 31. Juli 2006 führt sein 75-jähriger Bruder Raul die Amtsgeschäfte.

Reuters/DPA / DPA / Reuters
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