VG-Wort Pixel

Flüchtlingskrise Grenzschließungen fördern Geschäfte von Schleusern


Nach den Grenzschließungen der Balkan-Länder und der EU-Türkei-Einigung ist die sogenannte Balkanroute für Flüchtlinge mittlerweile dicht. Eine Analyse der Bundespolizei warnt: Die illegale Migration setze sich fort.

Die Grenzschließungen in Europa fördern nach Einschätzung der Bundespolizei offensichtlich die Geschäfte von Schleusern. Das berichtet die Zeitung "Die Welt" unter Berufung auf eine vertrauliche Lageanalyse. Die illegale Migration setze sich "nicht zuletzt aufgrund des hohen Kontrolldrucks partiell im Dunkelfeld" fort, heißt es darin dem Blatt zufolge.

Zahlungsfähige und -willige Migranten treffen demnach wieder vermehrt auf Schleuser, die sich die Blockaden durch Grenzschließungen für ihre Geschäfte zunutze machten.

Flüchtlinge zieht es weiterhin nach Griechenland

Auch der EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei schreckt dem Bericht zufolge Migranten bislang wohl nicht ab. Die Anzahl der in Griechenland festsitzenden Personen wächst den Angaben der Bundespolizei zufolge weiter.

"Die gegenwärtig rückläufigen Anlandungszahlen sind primär auf die schlechten Witterungsverhältnisse zurückzuführen und derzeit kein Indikator für die angestrebten Wirkungen von Maßnahmenpaketen", heißt es.

Bundespolizei: Türkische Behörden tun zu wenig

Im Zentrum des Flüchtlingspaktes von EU und Türkei steht ein Tauschhandel. Die EU schickt Flüchtlinge und andere Migranten, die ab dem 20. März illegal in Griechenland eingereist sind, ab dem 4. April zurück in die Türkei.

Ausgenommen sind Asylsuchende, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden. Für jeden zurückgeschickten syrischen Flüchtling darf ebenfalls ab dem 4. April ein anderer Syrer aus der Türkei legal und direkt in die EU einreisen.

Bislang mangelt es jedoch offenbar noch an der Umsetzung dieser Vereinbarung.  "Intensivierte Maßnahmen der türkischen Sicherheitsbehörden sind bislang nur punktuell erkennbar und führen bislang zu keiner Veränderung der Migrationslage", so die Ansicht der Bundespolizei.

kis AFP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker