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François Hollande Zickenkrieg bei den Frauen des Präsidenten

Valérie Trierweiler, Lebensgefährtin von Frankreichs Präsident Francois Hollande, legt sich mit dessen Ex-Frau Ségolène Royal an. Trierweiler unterstützte per Twitter den Gegenkandidaten von Royal. Die Regierung ist geschockt.

Der "Zickenkrieg" zwischen seiner Lebensgefährtin und der Ex werden für Frankreichs neuen Präsidenten François Hollande zu einer echten Belastungsprobe. Selbst prominente Regierungspolitiker und Parteigenossen übten am Mittwoch Kritik am Verhalten von Hollandes Partnerin Valérie Trierweiler.

Premierminister Jean-Marc Ayrault forderte die Première Dame offen zu Zurückhaltung und Diskretion auf. Die 47-Jährige sei offensichtlich aus der Rolle gefallen, kommentierte der sozialistische Senator François Rebsamen. "Sie muss lernen, den Platz einzunehmen, der der ihre ist."

Trierweiler war am Dienstag vollkommen überraschend Hollandes Ex-Lebensgefährtin und Parteifreundin Ségolène Royal (58) in den Rücken gefallen, indem sie Royals Gegenkandidaten bei den Wahlen zur Nationalversammlung mit einer Twitter-Nachricht unterstützt hatte.

Hollande von Aktion seiner Partnerin überrascht

Nach französischen Medienberichten war der Staatschef von der Aktion seiner Lebensgefährtin überrascht worden. Trierweiler soll missfallen haben, dass Hollande seiner Ex ohne ihr Wissen Rückendeckung im Wahlkampf gegeben hatte.

Royal hatte in der ersten Wahlrunde mit 32 Prozent in ihrem westfranzösischen Wahlkreis La Rochelle so schlecht abgeschnitten, dass ihr kaum Chancen auf ein Mandat gegeben werden. Um in der zweiten Runde am Sonntag doch noch zu gewinnen, müsste der Linke Olivier Falorni seine Kandidatur aufgeben. Gerade mal drei Punkte trennen ihn von Royals 32 Prozent. Er gehört der Parti Socialiste (PS) aber nicht mehr an. Er bestreitet daher ihr Recht, ihn zum Rücktritt zu überreden, damit seine Stimmen Royal zugutekommen: "So was gab's im Sowjetsystem, aber doch nicht im Frankreich des 21. Jahrhunderts."

Hollandes Lebensgefährtin hatte daraufhin über ihr Twitter-Konto, das sie seit Ende Mai nicht mehr benutzt hatte, eine ermutigende Nachricht geschrieben. Ségolène Royal, die einstige Spitzenkandidatin der PS, die 2007 gegen Nicolas Sarkozy den Kürzeren zog, war perplex. Bei den Sozialisten drohte die Welt aus den Fugen zu geraten.

Für Royal geht es ums politische Überleben

Royal ist die Mutter der vier Kinder von Hollande, der mit seinem Einzug in den Elysée gerade das schaffte, was Royal stets erträumte. Elf Jahre waren beide ein Paar. Doch heute sind die Gemeinsamkeiten überschaubar. Bei den internen Vorwahlen ihrer Partei war die charismatische Französin ihrem biederen, aber erfolgreichen Ex unterlegen. Er regiert nun als zweiter sozialistischer Staatschef des Landes.

Für Royal geht es ums politische Überleben - auch wenn sie in einem Interview mit dem Sender BFM tapfer erklärte, selbst bei einer Niederlage am Sonntag weiter in der Politik zu bleiben. Denn für ihre Partei könnte sie vom Hoffnungsträger zur Belastung werden. Dabei hatte sie schon eine Premiere vor Augen. Frankreichs erste Frau an der Spitze der Pariser Nationalversammlung - das ist ein Posten, der die 58-jährige Sozialistin auch öffentlich träumen ließ. Die positiven Umfragen vor der ersten Wahlrunde stützten ihre Hoffnungen.

Parteichefin Martine Aubry hatte Trierweilers Twitter-Botschaft am Dienstag mit der Bemerkung abgetan: "François Hollande unterstützt Ségolène Royal, das zählt!" Olivier Falorni sah das anders. "François Hollande ist über die Lage in Afghanistan sicher besorgter als die in La Rochelle", meinte er verschmitzt im TV.

lin/DPA DPA

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