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Valérie Trierweiler Willensstark, elegant, diskret


Jahrelang hatte sie beruflich mit französischen Spitzenpolitikern zu tun - dann verliebte sie sich in einen. Valérie Trierweiler ist die erste unverheiratete "Première Dame" im Elysée Palast.

Deutschland und Frankreich proben den Schulterschluss - zumindest, wenn es um die Lebenspartner der Männer an der Spitze geht. In Berlin teilt Bundespräsident Joachim Gauck sein Lebensglück mit einer Journalistin, und auch in Paris ist der sozialistische François Hollande mit einer Reporterin an der Seite in den Amtssitz des Präsidenten eingezogen. Valérie Trierweiler heißt die ebenso elegante wie selbstbewusste Frau, die die bisherige Präsidentengattin Carla Bruni-Sarkozy als "Première Dame" im Elyséepalast abgelöst hat.

Knapp zwei Jahrzehnte beobachtete die brünette Frau mit dem charmanten Lächeln beruflich die Politik ihres Landes aus nächster Nähe. Nach dem Wahlsieg ihres François hat die 47-Jährige nun die Seiten gewechselt. "Was mir Angst macht, ist, meine Freiheit zu verlieren", gestand Trierweiler in einem Interview. Der Medien-Profi, dessen Nachrichten bei Twitter 32.000 Menschen abonniert haben, hatte sich im Wahlkampf aus der politischen Berichterstattung zunächst zurückgezogen. Trotz ihrer herausgehobenen gesellschaftlichen Stellung will die Mutter dreier Teenager-Söhne aber wieder arbeiten. "Es ist weder die Aufgabe von François noch des Staates, für sie aufzukommen", sagte sie jüngst in einem Interview.

Trierweiler hat geschafft, was Hollandes früherer Lebensgefährtin Ségolène Royal verwehrt blieb: der Einzug in den Elysée. Die ehrgeizige Spitzenpolitikerin Royal, mit der Hollande vier Kinder hat, war 2007 als Präsidentschaftskandidatin erfolglos gegen den nun unterlegenen Nicolas Sarkozy angetreten. Nach der Trennung hatte sie für ihren "Ex" kaum noch positive Worte übrig. In einem Interview spottete sie sogar, dass Hollande in 30 Jahren politischer Laufbahn bisher nichts geschafft habe.

Wohl keine Patchwork-Familie im Elysée

Trierweilers Einfluss wird die erfolgreiche Metamorphose Hollandes zugeschrieben, der sich nach seinem drastischen Abspecken völlig unvermittelt vom jovialen rundlichen "Caramel-Pudding" zum smarten, staatsmännisch auftretenden Politiker wandelte. Ganz Frankreich hatte über sein neues, schlankes Äußeres gestaunt. Royal und die neue Frau an Hollandes Seite mieden sich im Wahlkampf, so gut es ging. Royal fand zuletzt aber immerhin wieder positive Worte für Hollande.

Im Interview mit dem Magazin "Femme actuelle" hatte sich Trierweiler unmittelbar vor der Wahl versöhnlich gezeigt. Mit Blick auf die Patchwork-Familie von Sarkozys damaliger Frau Cécilia meinte sie: "Cécilia zog mit ihrer Patchwork-Familie in den Elysée, und ich fand das normal, solange die Kinder einverstanden waren. Was uns betrifft, so haben wir noch nicht drüber gesprochen, das müssen sie (die insgesamt sieben Kinder) entscheiden. Doch ich habe das Gefühl, dass sie das eher nicht wollen."

Das Anti-Modell zu Carla Bruni-Sarkozy

Der eventuelle Gang zum Standesamt ist für Hollande und Trierweiler keine Voraussetzung für den Einzug in den Elysée - eine Entscheidung unter öffentlichem Druck lehnen sie ab.

Getroffen hatten sich die beiden immer wieder mal - beruflich. Privat funkte es nach Medienberichten 2006 - es war eine heimliche Liaison abseits der Kameras und Mikrofone. Erst 2010 bezeichnete Hollande sie öffentlich als "Frau meines Lebens".

Der Wechsel der Seiten fiel ihr im Wahlkampf sichtlich schwer. Präsenz, aber keine offenkundige Einmischung ist ihr Stil - und modische Eleganz. Nach dem Geschichts- und Politik-Studium an der Sorbonne führte sie der Weg in die Redaktion von "Paris Match", eines der größten Wochenmagazine Frankreichs. In jenen Jahren lernte sie ihren zweiten Mann kennen, den Übersetzer Denis Trierweiler. Sie trägt auch nach ihrer Scheidung noch seinen Namen. Valérie Trierweiler, geborene Massonneau, wuchs mit fünf Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen in Angers auf - sie ist in gewisser Weise das Anti-Modell zur mondänen Industriellen-Tochter Carla Bruni-Sarkozy.

Ralf E. Krüger, DPA DPA

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