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Treffen in Cornwall Geschenke beim G7-Gipfel: "Boris-Bike" für Johnson, "Wikipedia-Bild" für Biden

US-Präsident Joe Biden und Großbritanniens Premierminister Boris Johnson
US-Präsident Joe Biden (l.) und Großbritanniens Premierminister Boris Johnson beschenkten sich gegenseitig mit einem Fahrrad und einem Bild
© Patrick Semansky / DPA
Geschenke für die Staatschefs. Beim G7-Gipfel überraschte US-Präsident Joe Biden Gastgeber Boris Johnson mit einem ganz besonderen Fahrrad. Dieser revanchierte sich mit einem gerahmten Foto – mit einer ebenfalls besonderen Bedeutung.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, das ist auch bei Politikerinnen und Politikern in aller Welt nicht anders. So ist es bei Gipfeltreffen gang und gäbe, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegenseitig mit kleineren (oder größeren) Mitbringseln bedenken.

Der G7-Gipfel, der an diesem Wochenende in St. Ives in der englischen Grafschaft Cornwall stattfindet, macht da keine Ausnahme. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr dabei das Gastgeschenk, dass US-Präsident Joe Biden Großbritanniens Premier Boris Johnson überreichte. 

"Boris-Bike" von Joe Biden

Für den passionierten Radfahrer Johnson gab es ein 6000 US-Dollar (rund 5000 Euro) teures, in den USA hergestelltes, Fahrrad, inklusive Helm. Helm und Rad sind beide mit Abbildungen der Flaggen der USA und des Vereinigten Königreichs verziert, wie zahlreiche internationale Medien berichten. Der Hersteller "Bilenky Cycle Works" bezeichnet das Zweirad als "US-UK-Freundschaftsrad" oder "Boris-Bike". Es handle sich um eine Neuinterpretation eines klassischen englische Dreigang-Fahrrads. "Vielleicht kann dieses Geschenk dazu beitragen, das Ziel von Verständigung und Frieden voranzutreiben", hofft das Unternehmen, dass das Fahrrad nach eigenen Angaben in zweiwöchiger Handarbeit im Auftrag des US-Außenministeriums fertigte. In Kürze soll es eine Reproduktion des Fahrrads in limitierter Auflage zum Kauf geben.

Eine Nummer kleiner und preiswerter war dagegen das Geschenk, dass Gastgeber Boris Johnson dem US-Präsidenten überreichte. Wie unter anderem das Magazin "Politico" und die britische "Times" berichten. Es handelt sich demnach um ein ausgedrucktes und gerahmtes Foto eines Wandgemäldes des schottischen Straßenkünstlers Ross Blair in Edinburgh, aufgenommen von der US- und UK-Bürgerin Melissa Highton.

Boris Johnsons Geschenk weist auf "Black Lives Matter" hin

Das Wandgemälde auf dem Foto zeigt den ehemaligen Sklaven und Schriftsteller Frederick Douglass (1817 – 1895), der als einer der einflussreichsten Afroamerikaner des 19. Jahrhunderts gilt. Er setzte sich nach seiner Flucht in die Freiheit für die Rechte von Schwarzen und die Abschaffung der Sklaverei ein – und wurde 1872 sogar als Kandidat für das Amt des US-Vizepräsidenten nominiert.

Wandgemälde von Frederick Douglass des Straßenkünstlers Ross Blair in Edinburgh auf einem Foto von Melissa Highton
Das Wandgemälde von Frederick Douglass des Straßenkünstlers Ross Blair in Edinburgh auf einem Foto von Melissa Highton
© Melissa Highton / Wikimedia / CC BY-SA 4.0

Das Geschenk sei auch als Fingerzeig Johnsons auf die "Black Lives Matter"-Bewegung zu verstehen, deren Zielen sich US-Präsident Joe Biden verpflichtet fühlt, hieß es aus dem Umfeld von Premier Johnson laut BBC.

Der auch unter dem Namen "Trench-One" bekannte Straßenkünstler Ross Blair sagte dem Sender, die Anfrage der britischen Regierung sei für ihn eine "große Ehre gewesen". "Zu denken, dass es möglicherweise an einer Wand im Weißen Haus hängen könnte, ist fantastisch und sehr aufregend. Es ist eine großartige Auszeichnung und Anerkennung."

Auch Fotografin Melissa Highton sei von der Regierung um Zustimmung gebeten worden, so die "Times". Sie hat es der Allgemeinheit allerdings ohnehin zur Verwendung zu Verfügung gestellt. Es wird in der englischen "Wikipedia" für den Artikel zu Frederick Douglass gezeigt und darf vom jedem und jeder für beliebige Zwecke genutzt werden. Und genau dort hat es auch laut "Times" ein britischer Beamter entdeckt, bevor das Foto als Geschenk für den US-Präsidenten in den Druck gegeben wurde.

Quellen: Associated Press"Politico"Bilenky Cicle WorksBBC"The Times"Creative-Commoms-Lizenz

wue

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