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Gefangenenlager: USA prüfen Schließung Guantanamos

Das höchst umstrittene Gefangenenlager auf Kuba, in dem die Amerikaner mehr als 300 Terrorverdächtige festhalten, steht offenbar vor dem Aus.

Die US-Regierung nähert sich einer Entscheidung über die Schließung des Gefangenenlagers Guantanamo und der Überführung der dort inhaftierten Terrorverdächtigen in Hochsicherheitsgefängnisse in den USA. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AP aus ranghohen Washingtoner Regierungskreisen. Nachdem US-Medien darüber berichteten, sagte das Weiße Haus allerdings ein für den heutigen Freitag geplantes Treffen von Sicherheitsexperten ab und erklärte, zum Status des Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba stehe zur Zeit keine Entscheidung an.

Aus Regierungskreisen verlautete, an der abgesagten Sicherheitstagung hätten auch Außenministerin Condoleezza Rice, Verteidigungsminister Robert Gates, Justizminister Alberto Gonzales, der Chef der Heimatschutzbehörde Michael Chertoff und Vizepräsident Dick Cheney teilnehmen sollen. Vorherige Vorstöße zur Schließung Guantanamos waren am Widerstand Cheneys, Gonzales und dem früheren Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gescheitert. Den Regierungskreisen zufolge wird eine Schließung inzwischen von den Außen- und Verteidigungsministerien, der Heimatschutzbehörde und dem Geheimdienst-Direktorium unterstützt.

Die USA internieren in Guantànamo Bay auf Kuba seit Januar 2002 mutmaßliche Taliban- und El-Kaida-Kämpfer. Den Flottenstützpunkt im Osten der Insel unterhalten die Vereinigten Staaten seit 1903. Ein 28 Kilometer langer Grenzzaun mit 44 Wachtürmen umschließt Guantànamo Bay. Auf 117,6 Quadratkilometern gibt es außer dem Gefangenenlager zwei Flugplätze, ein Krankenhaus, mehrere Wohnsiedlungen und Badestrände.

AP/DPA / AP / DPA