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Geheimdienst: USA verstärken CIA-Arbeit gegen den Iran

400 Millionen Dollar - so hoch soll die Summe sein, die US-Präsident George W. Bush beantragt hat, um die Arbeit des Geheimdienstes gegen den Iran auszuweiten. Mit dem Geld will er angeblich das Atomprogramm schwächen und die Opposition stärken.

Die USA haben nach einem Bericht der Zeitschrift "New Yorker" auf Anordnung von Präsident George W. Bush die Geheimdienstoperationen im Iran massiv ausgeweitet. Ziel der verdeckten Aktionen, denen politische Führer des Kongresses bereits im vergangenen Jahr im Stillen zugestimmt hätten, sei es, die Regierung in Teheran zu destabilisieren und das umstrittene Atomprogramm zu Fall zu bringen. Dabei würden Mitglieder iranischer Spezialtruppen getötet und entführt.

Wie die Zeitschrift in ihrer Online-Ausgabe unter Berufung auf Quellen bei Militärs, Geheimdiensten und im Kongress berichtete, bewilligten Kongressführer für die Geheimaktionen insgesamt 400 Millionen Dollar. Die CIA-Agenten seien unter anderem vom Irak aus über die Grenze in den Iran eingedrungen. Der Bericht beruft sich auf ein Geheimdokument des Weißen Hauses.

Der US-Botschafter im Irak, Ryan Crocker, wies die Behauptungen energisch zurück. In einem Interview des TV-Senders CNN meinte er: "Ich sage ganz klar, es gibt keine US-Kommandos im Iran." Dagegen beharrte der "New Yorker"-Journalist Seymour Hersh, der als Spezialist für Nahost und den Iran gilt, auf seiner Darstellung: "Wir haben Geld für verdeckte Operationen gesammelt, wir haben Teams im Iran", sagte er dem Sender CNN.

Ausdrücklich fügte Hersh hinzu: "Präsident Bush und Vizepräsident (Dick) Cheney wollen nicht aus dem Amt scheiden, solange das iranische Nuklearprogramm besteht." Es gebe CIA-Kommandos, "die töten und entführen, ohne dass Botschafter dies wissen".

Beide Kammern mussten zustimmen

In dem geheimen Dokument des Weißen Hauses werde es als Hauptaufgabe der Geheimdiensttätigkeit bezeichnet, "die iranischen Nuklearpläne zu untergraben und zu versuchen, die Regierung durch Regimewechsel zu unterminieren", heißt es in dem Bericht des "New Yorker". Das Dokument musste nach Angaben der Zeitschrift gemäß US-Gesetzen politischen Führern in beiden Parlamentskammern vorgelegt werden. Das Schreiben betone auch die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit iranischen Oppositionsgruppen einschließlich finanzieller Unterstützung für diese Gruppen.

Bush betont seit langem immer wieder, dass Teheran keinesfalls in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen dürfe. Dabei hatte die Regierung auch einen Waffengang gegen den Iran niemals ausgeschlossen und als eine der möglichen Optionen bezeichnet.

Die Geheimdienste hätten seit vergangenem Jahr verdeckte Aktionen ausgeführt, bei denen sie auch vom Süden und Südosten über die Grenze in den Iran eingedrungen seien, heißt es weiter. Dabei sei es um die Verfolgung und "Eliminierung" sogenannter high value targets, hochrangiger Kämpfer, gegangen. Die CIA-Agenten hätten dabei auch Mitglieder der sogenannten Quad-Spezialtruppen der Revolutionären Garden gefangen genommen und zu Verhören in den Irak gebracht, hieß es weiter.

Zu den zu unterstützenden iranischen Widerstandsgruppen zähle auch die Jundullah-Gruppierung, erklärte ein ehemaliger CIA-Offizier den Angaben zufolge. Die Gruppe operiere im iranisch-pakistanischen Grenzgebiet und habe bereits mehrere Anschläge auf Regierungsvertreter und Zivilisten verübt. Zugleich heißt es, zahlreiche der verdeckten Aktivitäten würden in dem präsidialen Dokument nicht ausdrücklich genannt, was unter Kongressmitgliedern mit Sorge betrachtet werde.

DPA/DPA

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