HOME

Geheime Dokumente enthüllen: Janukowitsch plante blutigen Großeinsatz

Die Ukraine ist offenbar knapp einem Blutbad entgangen: Dokumente legen offen, dass der gestürzte Präsident Viktor Janukowitsch die Demonstrationen mit 22.000 Polizisten niederschlagen wollte.

Der gestürzte ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hat die Demonstrationen gegen ihn offenbar mit einem Großeinsatz Tausender Sicherheitskräfte niederschlagen wollen. Dies geht aus Dokumenten hervor, die Journalisten zufolge in der nahe Kiew gelegenen Residenz Janukowitschs gefunden wurden und die ein Abgeordneter der bisherigen Opposition ins Internet stellte. Nach den Plänen sollte der Unabhängigkeitsplatz in Kiew umstellt werden, Scharfschützen hätten das Feuer auf die Demonstranten eröffnen sollen. 22.000 Polizisten, darunter 2000 Spezialkräfte, sollten an der Aktion beteiligt werden.

Mit der Veröffentlichung solle der Druck auf die neue Führung erhöht werden, den flüchtigen Janukowitsch vor Gericht zu stellen, sagte der Abgeordnete Hennadi Moskal. Der Ex-Präsident wird mit Haftbefehl gesucht, ihm wird Massenmord vorgeworfen.

Regierungsbildung auf Donnerstag verschoben

Das ukrainische Parlament hat die Bildung einer Regierung auf Donnerstag verschoben. Parlamentschef und Interimspräsident Olexander Turtschinow begründete dies damit, dass noch weitere Konsultationen nötig seien. Eigentlich war die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten für Dienstag erwartet worden. Bislang gibt es aber noch keinen offiziellen Kandidaten.

Drei Monate vor der geplanten Präsidentenwahl hat indes die Registrierung der Kandidaten begonnen. Anwärter für das höchste Staatsamt könnten bis zum 30. März ihren Antrag stellen. Sie müssten 2,5 Millionen Griwna (gut 200.000 Euro) Pfand hinterlegen, teilte die Zentrale Wahlkommission in Kiew mit. Das Parlament hatte nach dem Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch den 25. Mai als Wahltermin festgelegt.

fme/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters