Bundespräsident
Joachim Gauck über Nachnachfolge: „Es muss nicht eine Frau sein“

Ex-Bundespräsident Joachim Gauck sitzt im TV-Studio von "Caren Miosga"
Ex-Bundespräsident Joachim Gauck könnte sich „eine katholische Intellektuelle“ in Schloss Bellevue vorstellen 
© Uwe Koch / DDP

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Auch Altbundespräsident Gauck ist dafür, dass eine Frau das nächste deutsche Staatsoberhaupt wird. Noch wichtiger als das Geschlecht sei aber eine andere Eigenschaft.

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck ist offen auch für einen männlichen Nachnachfolger im Schloss Bellevue. „Ich habe mal gesagt, ich kann mir eine katholische Intellektuelle als Bundespräsidentin wünschen. Aber es muss ja auch nicht eine Frau sein“, sagte das ehemalige Staatsoberhaupt auf einer Veranstaltung des stern in Hamburg.

„Ich hätte es ganz gerne und viele andere in Deutschland auch“, so der 86-Jährige weiter. „Aber letztlich kommt es doch nicht aufs Geschlecht an, sondern dass du bereit bist, zu hören und zu geben und den Eindruck erworben hast, dass das Leben dir einige Sachen beigebracht hat, die du mit anderen teilen möchtest.“ Namen geeigneter Kandidatinnen oder Kandidaten wollte Gauck öffentlich aber nicht nennen.

Der aktuelle Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier muss sein Amt nach zwei Wahlperioden Anfang kommenden Jahres aufgeben. Am 30. Januar 2027 tritt in Berlin die Bundesversammlung zusammen, um einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu wählen. 

Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier: Fünf Kandidatinnen aus der Union

Erstmals in der Geschichte könnte dabei eine Frau zum deutschen Staatsoberhaupt gewählt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits im vergangenen August erklärt, er könne sich das „sehr gut vorstellen“. Vizekanzler Lars Klingbeil sagte im Februar in einem Interview sogar, es sei „höchste Zeit“ für die erste Bundespräsidentin. Der SPD-Chef warb dafür, dass Union und SPD einen gemeinsamen Vorschlag für die Steinmeier-Nachfolge machten. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder erklärte im April, er würde eine Kandidatur seiner Parteifreundin und derzeitigen bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner unterstützen. 

Als weitere mögliche Kandidatinnen werden außerdem Bundesbildungsministerin Karin Prien, Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters gehandelt. Immer wieder fällt auch der Name Angela Merkel, doch die ehemalige Bundeskanzlerin hat als einzige Genannte sämtliche Spekulationen mit dem Wort „abwegig“ beendet.

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