Geisel-Befreiung Schüsse auf Italiener entsprachen den Anweisungen


Es war eine Heimfahrt im Kugelhagel: Die italienische Journalistin Giuliana Sgrena geriet nach ihrer Befreiung im Irak in die Schusslinie von US-Soldaten. Ein Befreier starb dabei. Die Soldaten haben richtig gehandelt, meint jetzt die US-Armee.

Wochenlang war die italienische Journalistin Giuliana Sgrena von irakischen Geiselnehmern gefangen gehalten worden. Dann kam die Rettung durch den italienischen Geheimdienst. Doch als die Geheimdienstmitarbeiter mit der befreiten Journalistin zum Flughafen in Bagdad fuhren, eröffneten US-Soldaten an einem Checkpoint das Feuer auf das Fahrzeug und töteten dabei den Beamten Nicola Calipari.

Verstimmung zwischen Rom und Washington

Der Vorfall hatte für Verstimmung zwischen Rom und Washington gesorgt. US-Präsident Bush hatte dem italienischen Regierungschef Silvio Berlusconi daraufhin eine umfassende Untersuchung zugesagt. Jetzt haben US-Verteidigungsexperten die ersten Ergebnisse der Untersuchung bekannt gegeben. Laut einem Verteidigungsexperten sei den amerikanischen Soldaten kein Fehlverhalten vorzuwerfen, sie hätten im Großen und Ganzen nur die Anweisungen befolgt. Dies werde jedenfalls das Ergebnis der Untersuchungen eines Sonderausschusses der US-Armee sein, so der ranghohe Beamte. Der Bericht werde sich allerdings auch kritisch mit der Angemessenheit der einschlägigen Anweisungen auseinander setzen. Dazu gehöre etwa die Frage nach der zulässigen Anwendung von Gewalt.

Ob die Soldaten in irgendeiner Form wegen ihres Verhaltens kritisiert würden, sagte der Beamte nicht. Beobachter vermuteten jedoch, dass dies nicht der Fall sein werde. Der Verteidigungsexperte ließ auch offen, ob die italienischen Vertreter in dem Militärausschuss den Bericht akzeptieren würden. Allerdings scheint dies eher unwahrscheinlich. Die italienische Seite hatte stets Aussagen von US-Soldaten zurückgewiesen, das Fahrzeug mit Sgrena und den Geheimdienstbeamten sei zu schnell gefahren. Auch habe es vor den Schüssen keinerlei Warnung gegeben, was von der US-Seite wiederum bestritten wurde.

AP/DPA AP DPA

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