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Giftbrief an Obama: FBI verhaftet Verdächtigen aus Mississippi

Der Verdächtige Paul Kevin Curtis wurde in seinem Haus in Corinth gefasst, so das Justizministerium. Offenbar enthielten die Briefe an US-Politiker die hochgiftige Substanz Rizin.

Die US-Bundespolizei FBI hat einen Mann aus Mississippi im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Giftbriefen an Präsident Barack Obama und andere amerikanische Politiker festgenommen. Paul Kevin Curtis sei am Mittwoch in seinem Haus in Corinth gefasst worden, teilte das Justizministerium am Mittwoch mit. In Ermittlungskreisen hieß es, vermutlich handle es sich um den selben Kevin Curtis, der 2007 in wütenden Internet-Postings ähnliche Formulierungen benutzt habe wie in den Schreiben zu finden seien. Die Briefe sollen nach ersten Ermittlungen das tödliche Gift Rizin enthalten haben. Eine Verbindung zu dem Anschlag auf den Boston-Marathon Anfang der Woche gab es nach Polizeiangaben nicht.

Insgesamt waren drei Briefe an Obama, den republikanischen Senator Roger Wicker aus Mississippi und einem Justizvertreter des Bundesstaates abgefangen worden. Nach Unterlagen des FBI, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlagen, fand sich in den Schreiben an Obama und Wicker der Satz: "Ein Unrecht zu sehen und es nicht aufzudecken heißt, zu einem stillen Partner bei dessen Fortbestand zu werden." Unterzeichnet waren sie mit dem Satz "Dies ist KC, und ich befürworte diese Botschaft", eine Anspielung auf die Erklärung von US-Kandidaten unter Wahlwerbespots. Unter den Internet-Postings vor sechs Jahren war ein ähnlicher Satz zu lesen, nur dass statt "KC" dort "Kevin Curtis" stand.

Die drei Briefe trugen das Datum 8. April und den Poststempel von Memphis, Tennessee. Der Bürgermeister der Stadt, A.C. Wharton, wies darauf hin, dass auch Teile von Mississippi zum entsprechenden Einzugsbereich gehören.

Ob die Schreiben tatsächlich Rizin enthielten, wurde noch geprüft. Die Substanz ist in den Samenschalen der Rizinusstaude enthalten und gilt als einer giftigsten Eiweißstoffe, die in der Natur vorkommen. Schon geringste Mengen können tödlich sein. Nach Bekanntwerden der drei Briefe kam es in Washington zu mehreren Fehlalarmen, bei denen zeitweilig Teile des Kapitols abgesperrt wurden. Der Vorfall erinnert an die Briefe mit Milzbrand-Erregern, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im dort auftauchten.

amt/Reuters / Reuters