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Grenzkonflikt mit Südkorea: Nordkorea nimmt US-Streitkräfte ins Visier

Nordkorea hat den Konflikt mit dem Süden weiter angeheizt: Das kommunistische Land bezichtigte Südkorea und die USA, schwere Waffen ins entmilitarisierte Grenzgebiet zu schaffen und drohte, diese "vorsätzlichen Provokation" mit einem Militärschlag zu beantworten.

Im Konflikt mit Südkorea hat Nordkorea mit einem Militärschlag gegen den Süden und die Streitkräfte der USA an der schwer bewachten innerkoreanischen Grenze gedroht. Die Volksarmee des kommunistischen Landes beschuldigte am Montag die Truppen beider Länder, vor zwei Tagen schwere Waffen in das entmilitarisierte Grenzdorf Panmunjom geschafft zu haben. Sollten die Waffen nicht sofort abtransportiert werden, werde die Volksarmee "strikte militärische Gegenmaßnahmen in dem Gebiet" ergreifen, wurde deren Vertretung in Panmunjom von den Staatsmedien zitiert.

Nordkorea unterstellt den USA und Südkorea die Absicht, mit einer "vorsätzlichen Provokation" einen militärischen Konflikt auslösen zu wollen. Ein Sprecher der in Südkorea stationierten US-Streitkräfte sagte, man überprüfe die Behauptung Nordkoreas. Die USA haben in Südkorea etwa 28.000 Soldaten stationiert, die die südkoreanische Armee unterstützen.

Pjöngjang will Atomwaffenarsenal verstärken

Am selben Tag drohte Nordkorea auch mit dem Ausbau seines Atomwaffenarsenals. Den USA warf das Außenministerium in Pjöngjang erneut vor, eine "feindselige Politik" zu betreiben. Angesichts der jüngsten "verstörenden" Entwicklung auf der Halbinsel müsse das Land die atomare Abschreckung auf einem neuen Weg verstärken. Im Streit um sein Atomprogramm hatte Nordkorea in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Stärkung seiner Nuklearabschreckung gedroht.

Erst Mitte Mai hatte das kommunistische Land erklärt, ihm sei eine Kernfusion gelungen. Dieser Prozess kann zur Herstellung einer Wasserstoffbombe genutzt werden. Nordkorea stellte die Kernfusion jedoch nicht in einen Zusammenhang mit seinem Atomprogramm. Im September hatte Pjöngjang verkündet, die Endphase der Urananreicherung erreicht zu haben. Zuvor hatte Nordkorea jahrelang bestritten, neben Plutonium heimlich auch Uran zur Herstellung von Atomwaffen anzureichern.

Konflikt nimmt seit März an Schärfe zu

Die Spannungen zwischen den beiden koreanischen Staaten haben sich zuletzt wieder erheblich verschärft, nachdem eine Untersuchungskommission zu dem Schluss gekommen war, dass der kommunistische Norden im März ein südkoreanisches Kriegsschiff versenkt hatte. Dabei starben 46 südkoreanische Soldaten. Erst am Sonntag hatte US-Präsident Barack Obama deshalb gefordert, die Weltgemeinschaft müsse sich in dem Konflikt hinter Südkorea stellen.

Nordkoreas Heer verfügt über 1,2 Millionen Soldaten und ist damit eines der größten der Welt. Die beiden koreanischen Staaten befinden sich seit dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 formell noch im Kriegszustand. Der Krieg endete mit einem Waffenstillstand, ein Friedensvertrag wurde aber nicht unterzeichnet.

joe/Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters