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Großbritannien: Blair übergibt an Brown

Der Führungswechsel ist perfekt: Gordon Brown ist neuer Chef der Labour-Partei und hat auf einem Sonderparteitag in Manchester das Amt von Tony Blair übernommen. Am Mittwoch wird er Blair auch als Premierminister nachfolgen.

Gordon Brown ist wie erwartet zum neuen Vorsitzenden der Labour-Partei und somit zum Nachfolger des britischen Premierministers Tony Blair ernannt worden. Bei der offiziellen Ernennung auf einem Parteitag am Sonntag in Manchester versprach Brown einen Wechsel in der britischen Politik. Der bisherige Schatzkanzler folgt Blair nach, der 13 Jahre an der Spitze der Partei stand. Brown war einziger Kandidat. An diesem Mittwoch soll er Blair auch als Regierungschef nachfolgen, der sein Amt nach zehn Jahren in der Downing Street abgibt und bei Königin Elizabeth II. seinen Rücktritt einreichen wird.

Nach der Amtsübernahme bleiben Brown nur noch wenige Jahre Zeit, bevor er sich 2009 oder 2010 den Wählern stellen muss. "Wir müssen eine Partei des Wechsel sein", sagte Brown in Manchester. Er werde neue Prioritäten setzen und sich neuen Herausforderungen stellen. Zur stellvertretenden Führerin der Labour Party wurde Justizministerin Harriet Harman bestimmt, wie in Manchester bekannt gegeben wurde. Harman, die sich für eine Entschuldigung wegen des Irak-Kriegs ausgesprochen hatte, setzte sich in der Urabstimmung unter den 3,5 Millionen Partei- und Gewerkschaftsmitgliedern gegen fünf Konkurrenten durch. Harman ist damit Nachfolgerin von John Prescott. Sie ist aber zunächst nur Partei-Vize, ob Brown einen stellvertretenden Regierungschef ernennt, ist noch nicht klar.

"In der Regierung, die ich führe, muss es Disziplin geben", sagte Brown noch vor dem Parteitag. Kritik an ihm gab es wegen seiner Unterstützung für den Irak-Krieg und seines autokratischen Führungsstils. Brown wies bereits Spekulationen zurück, unter seiner Regierung würden die Beziehungen zur US-Regierung von George W. Bush abkühlen. Er erklärte, in seiner Außenpolitik werde es um die nationalen Interessen des Landes gehen. Und es sei im nationalen Interesse, dass der Premierminister gute Beziehungen zum US-Präsidenten unterhalte.