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Haushaltswarenmesse in Griechenland: Wie ein "Samurai" die Krise ausbügeln soll

Das Bügeleisen "Samurai" und Fertigkapellen - das war es schon, was die Griechen als heimische Produkte auf ihrer größten Messe präsentieren. Ob damit die darbene Wirtschaft gerettet werden kann?

Ein Ortstermin von Andreas Albes, Thessaloniki

Das Bügeleisen "Samurai" gehört zu den bemerkenswertesten Produkten auf Griechenlands größter Handelsmesse, die derzeit in Thessaloniki stattfindet. Es wird in Halle zehn für Mode und Haushaltswaren präsentiert. Das Samurai ist - und das macht es so besonders - zu 100 Prozent "Made in Greece". Es kam vor 30 Jahren auf den Markt, seitdem wurde das Design nicht verändert. Am Samurai-Messestand stehen drei ältere Damen an Bügelbrettern und führen das Gerät mit "externem Dampfmodul" voll Enthusiasmus vor. Hinter ihnen sitzt Herr Dimitris an einem Schreibtisch und beteuert: "Das Samurai ist besser als Bosch und Siemens zusammen. Wir geben drei Jahre Garantie. Es könnten aber auch 30 sein." Da hat Herr Dimitris sicher Recht. Denn sein hochmassives Bügeleisen ist Wertarbeit aus einer Zeit, in der es noch eine halbwegs gesunde griechische Wirtschaft gab. Als auf europäische Importwaren noch Zölle erhoben wurden. Als Siemens und Bosch teuren Luxus darstellten.

"Welcome to the World of Tomorrow" begrüßt die Thessaloniki-Messe gerne ihre Besucher. Sie ist das wirtschaftliche Großereignis des Jahres. Doch wer dieser Tage durch die Hallen streift, erlebt ein finsteres Bild der Welt von morgen. 40 Prozent weniger Aussteller als im Vorjahr. Keine 600 sind es. Wo früher Mercedes, Audi und Lexus präsentiert wurden mit Slogans wie "Don't dream it - buy it!", erklären griechische Firmen nun, wie man Kleinwagen auf Erdgas umrüstet. Etliche Stände zeigen Heizöfen, die mit Holz befeuert werden. Denn der Winter naht, und Öl ist für viele Griechen kaum noch zu bezahlen. Um die Hallen überhaut zu füllen, hat die Messegesellschaft Helexpo sogar eine große Fläche an die chinesische Falun Gong-Sekte vermietet.

Samaras appelliert an den Glauben

Wie immer wurde die Messe vom Premierminister eröffnet. Doch anders als sonst dauerte der Besuch des Staatschefs dieses Jahr kaum mehr als eine Stunde. Es gab keine Pressekonferenz, auch kein Treffen mit Geschäftsleuten. In seiner kurzen Rede erklärte Antonis Samaras nur, wie knapp Griechenland gerade mal wieder am Rauswurf aus der Eurozone vorbeigeschrammt sei. Er beschwörte seine Zuhörer: "Ich bitte euch, an euch selbst zu glauben." Dann stieg er wieder in seinem bescheidenen Dreier-BMW Dienstwagen und fuhr davon.

Wenn die Troika - Griechenlands Geldgeber-Trio aus EU, Zentralbank und Währungsfond - die die Finanzen des Landes derzeit unter die Lupe nimmt und im Oktober ihren neuen Bericht vorlegt, geht es wie immer um das Erreichen der griechischen Sparziele. Denn davon hängt ab, ob Athen den nächsten Milliardenkredit bekommt. Doch für die Zukunft ist eine andere Frage mindestens ebenso entscheidend: Wie will das Land nach fünf Jahren Rezension den Aufschwung schaffen? Die Wirtschaft war in der Vergangenheit fast ausschließlich vom Konsumhunger auf Importwaren abhängig. Zu den wenigen gewinnbringenden Branchen gehört heute noch der Tourismus. Aber das auch nur fünf Monate im Jahr. Derzeit wird die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen diskutiert. In der Hoffnung, dass ein paar Investoren die Chance ergreifen und in strukturschwachen Gebieten Produktionsstandorte ansiedeln. In der Regel arbeiten in solchen Unternehmen Billigarbeitskräfte. Was mit den Griechen kaum zu machen ist und am Ende vermutlich dazu führt, dass dort hauptsächlich Immigranten eine Anstellung suchen.

Es gibt auch Fertigkapellen und Wasserbüffelfleisch

Ministerpräsident Samaras versprach in seiner Rede, mit Griechenland werde es in zwei Jahren wieder aufwärts gehen. Dann könne das Unrecht gutgemacht werden, welches der Staat durch die harten Sparmaßnahmen an den schwachen Gesellschaftsschichten begangen habe. Womit er diese Hoffnung begründet, sagte Samaras nicht. Die Messe von Thessaloniki jedenfalls bietet wenig Anlass. Neben dem Bügeleisen "Samurai" gehören dort zu den auffälligsten einheimischen Produkten kleine byzantinische Fertigkapellen für den Garten sowie griechisches Wasserbüffelfleisch aus der Region Serres. Um einen Beleg für griechischen Erfindergeist zu finden, muss man in der Messehistorie weit zurückgehen. Bis ins Jahr 1957. Da wurde in Thessaloniki der Café Frappé präsentiert.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.