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Fridays For Future Chinesische Klimastreikerin soll nicht mehr zur Schule dürfen, wenn sie ihren Kampf weiterführt

Die 17-jährige Howey Ou ist in China eine einsame Kämpferin für das Klima. Der "Fridays For Future"-Aktivistin drohen Konsequenzen: Sollte sie nicht aufgeben, dürfe sie nicht mehr zur Schule gehen, drohen die Behörden.

Seit etwa einem Jahr streikt Howey Ou für das Klima. Während in Europa der Schulstreik junger Menschen zur Massenbewegung geworden ist, steht die 17-jährige Chinesin in ihrer Heimat auf nahezu verlorenem Posten. Ou gilt als die "chinesische Greta Thunberg": Als erste "Fridays For Future"-Aktivistin im Reich der Mitte wagte sie es, sich mit zwei Plakaten – eines auf Chinesisch, eines auf Englisch – vor das ehemalige Regierungsgebäude zu stellen, um so auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.

Was in europäischen Staaten ein demokratisches Recht ist, gleicht in China einem rebellischen Akt. Kritik am System ist in dem Land äußerst ungern gesehen und kann zu schweren Repressionen führen. Howey Ou muss deshalb Konsequenzen fürchten: Die Behörden drohen ihr damit, sie aus der Schule zu verbannen, sollte sie ihren Kampf für das Klima fortsetzen. Das machte die Aktivistin auf ihrem Twitter-Account öffentlich.

China: Klimaaktivistin muss Repressionen fürchten

Ou war Ende 2018 an einer mit einem Gymnasium vergleichbaren Schule nicht für das internationale Programm angenommen worden. Laut einem Bericht des "Guardian" möchte sie sich nun wieder bewerben, nachdem sie in der Zwischenzeit auf eigene Faust ihr Englisch verbessert hat. Doch ihr politisches Engagement steht ihrer Bildungslaufbahn offenbar im Weg. Die Bedingung der chinesischen Behörden: Ou müsse ihren Klimastreik aufgeben, um einen Platz an der Schule zu bekommen. Das habe ihr der Schulleiter gesagt. Außerdem dürfe sie ausländischen Medien keine Interviews mehr geben.

Dem "Guardian" sagte Ou, die Behörden hätten ihre Eltern mehrere Male angerufen und dazu aufgefordert, ihre Tochter davon zu überzeugen. Ihr Vater Ou Jun weigerte sich zwar, hat aber trotzdem Sorge, dass der Kampf für das Klima die Zukunft seines Kindes gefährden könnte. "Wir hoffen, dass sie die Schule abschließen und studieren kann. Hoffentlich beschäftigt sie sich dann weniger mit Klimathemen."

Unterstützung von Greta Thunberg

Die Volksrepublik China ist mit Abstand der größte Produzent von CO2-Emissionen auf der Welt. Das Land stößt mehr als ein Viertel der Treibhausgase weltweit aus. Die Kommunistische Partei unter Präsident Xi Jinping führt das Land autoritär, Kritik an der Regierung wird im Normalfall streng zensiert.

Howey Ou will ihren Klimastreik dennoch fortsetzen: "Wenn niemand etwas tut, muss ich es tun." Öffentliche Unterstützung erhält sie dafür schon seit Längerem von ihrem Vorbild Greta Thunberg. Die Schwedin twitterte zu den jüngsten Entwicklungen: "Unterstützt die mutige Howey Ou in ihrem Klimaaktivismus. Wenn wir keine Demokratie haben, haben wir nichts."

Quellen:"Guardian" / Howey Ou auf Twitter / Greta Thunberg auf Twitter

epp

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