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Human Rights Watch legt Beweise vor Assad-Regime lässt Bürger foltern


Folter, Hinrichtungen, Kinder in Haft: Die Liste der Vergehen der syrischen Regierung gegen ihre demonstrierenden Bürger ist lang. Human Rights Watch wirft dem Assad-Regime in einem detaillierten Bericht "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vor.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der syrischen Regierung im Vorgehen gegen die Opposition "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" vorgeworfen. Sicherheitskräfte ließen sich "systematische Vergehen an Zivilisten in Homs" zu Schulden kommen, auch "Folter und Hinrichtungen", heißt es in einem am Freitag veröffentlichten 63 Seiten langen HRW-Bericht. "Homs ist ein Mikrokosmos der Brutalität der syrischen Regierung", schreibt darin die für den Nahen Osten zuständige Menschenrechtlerin Sarah Leah Whitson. Sie rief die Arabische Liga auf, Syriens Mitgliedschaft auszusetzen und Entscheidungen des UN-Sicherheitsrats zu unterstützen, um das "Gemetzel" zu beenden.

Syrische Sicherheitskräfte und Milizen gehen laut dem HRW-Bericht mit schweren Waffen gegen die überwiegend friedlichen Demonstranten vor. Die Regierungstruppen würden die Menschen in Angst und Schrecken versetzen, indem sie mit ihren Truppen durch die Stadtviertel zögen und Blockaden aufbauten. Sogar die Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten werde behindert.

Die syrische Regierung hat nach Angaben von Human Rights Watch tausende Menschen festgenommen, darunter auch Frauen, Kinder und Rentner. Wieder freigelassene Häftlinge berichteten der Organisation, dass sie mit heißen Metallstangen verbrannt und mit Elektroschocks drangsaliert wurden. Mehrere hundert Menschen werden vermisst. Auf der Basis der Aussagen von 110 Opfern und anderen Zeugen errechnete Human Rights Watch, dass zwischen Mitte April und Ende August allein in Homs 587 Zivilisten getötet wurden. Seit dem 2. November, dem Tag, an dem die syrische Regierung einem Friedensplan der Arabischen Liga zustimmte, seien dort mindestens 104 Menschen ums Leben gekommen.

Die syrische Führung geht seit Mitte März mit aller Härte gegen die Protestbewegung gegen Staatschef Baschar al Assad vor. Die Arabische Liga hatte einen Friedensplan ausgehandelt, der von der Regierung in Damaskus am Mittwoch vergangener Woche unterzeichnet wurde. Dieser sieht ein Ende der Gewalt vor, die Freilassung der inhaftierten Demonstranten, den Rückzug der Armee aus den städtischen Gebieten, Bewegungsfreiheit für Beobachter und Medienvertreter sowie Gespräche zwischen Regierung und Opposition.

mlr/AFP/DPA DPA

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