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Von den Taliban entführt Deutsche Geisel kommt nach 32 Monaten in Afghanistan frei


Ein in Pakistan entführter Mitarbeiter der Welthungerhilfe wurde in Afghanistan wieder freigelassen. Mehr als zwei Jahre war er in der Hand von Extremisten. Deutsche Elitesoldaten waren im Einsatz.

Nach mehr als zweieinhalb Jahren Geiselhaft ist ein in Pakistan entführter deutscher Entwicklungshelfer in Afghanistan freigekommen. Das Auswärtige Amt bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung.

Das Blatt berichtete, der Deutsche sei einem Team des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in der Nähe einer Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul übergeben worden. Die Spezialkräfte hätten den Auftrag gehabt, den Deutschen nicht gewaltsam zu befreien.

Das Auswärtige Amt bestätigte die Freilassung eines deutschen Staatsangehörigen, wollte sich zu dessen Identität aber nicht äußern.

Befreite Geisel in Obhut der Bundesregierung

Der Entwicklungshelfer arbeitete für die Deutsche Welthungerhilfe. Er war am 19. Januar 2012 mit einem italienischen Kollegen aus einem Haus in der ostpakistanischen Stadt Multan in der Provinz Punjab verschleppt worden, wo er laut Medienberichten Hilfsprojekte nach dem verheerenden Indus-Hochwasser von 2010 betreute. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts äußerte sich "sehr erleichtert". Angaben zu dem Italiener lagen zunächst nicht vor.

Der Mann befindet sich demnach in der Obhut der Bundesregierung. "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er wird psychologisch betreut", sagte die Sprecherin weiter. Sie wies darauf hin, dass zu der Freilassung neben deutschen Stellen auch ausländische Partner beigetragen hätten.

Die beiden Europäer waren nach früheren Angaben aus Extremistenkreisen von den pakistanischen Taliban (TTP) verschleppt worden. Sie wurden danach diesen Informationen zufolge an andere Gruppen mit Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida weitergegeben.

mka/DPA/AFP DPA

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