Internet-Botschaft Bin Laden ruft zum Krieg gegen Israel auf


Neue Audio-Botschaft von Terroristen-Führer Osama bin Laden: Der Al-Kaida-Chef fordert alle Muslime wegen des "schrecklichen Massakers" im Gaza-Streifen zum Heiligen Krieg gegen Israel auf. In der Botschaft drückt Bin Laden auch seine Freude über die Finanzkrise aus und zitiert Bundesfinanzminister Peer Steinbrück.

Terroristenanführer Osama bin Laden hat die Muslime in aller Welt zur Unterstützung der Palästinenser im Gaza-Streifen aufgerufen. Sie sollten sich dem Kampf entweder direkt anschließen oder diesen zumindest finanziell unterstützen, heißt es in einer am Mittwoch im Internet veröffentlichten Audio-Botschaft, die dem Anführer des Terrornetzwerks Al Kaida zugeschrieben wird. Alle Gipfeltreffen und Außenministerkonferenzen der arabischen Staaten zur Lage im Gaza-Streifen seien sinnlos, so Bin Laden weiter. "Der einzige Weg zur Befreiung der Al-Aksa-Moschee und Palästinas ist der Heilige Krieg."

Israel habe sein "schreckliches Massaker" im Gaza-Streifen bewusst noch begonnen, bevor die Amtszeit von US-Präsident George W. Bush endet, behauptet Bin Laden. An die Adresse der Palästinenser im Gaza-Streifen sagte er: "Wir fühlen mit Euch, denn die gleichen Flugzeuge, mit denen ihr angegriffen werdet, werden auch gegen uns eingesetzt. Wir verknüpfen unser Schicksal mit dem euren."

In der Botschaft, die ihrem Inhalt nach maximal vier Tage alt sein kann, drückt Bin Laden seine Freude über die globale Finanzkrise aus. Diese Krise habe die USA, die neben Israel der Hauptfeind der Muslime seien, jetzt schon stark geschwächt, erklärt er. Der Terror-Chef zitiert, um dieses Argument zu untermauern, unter anderem Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), der in einer Regierungserklärung Ende September gesagt hatte, die Bankenkrise sei ein Erdbeben, in dessen Folge die USA ihren Status als "Supermacht des Weltfinanzsystems" verlieren würden.

In der 22-minütigen Tonband-Botschaft heißt es auch, Al Kaida wolle in ihrem Kampf gegen die "Ungläubigen" weitere Fronten eröffnen. Die Muslime sollten auch den Kampf der "Gotteskrieger" in Somalia, in den Maghreb-Staaten und in der pakistanischen Provinz Waziristan unterstützen.

US-Präsident Bush erklärte seinerseits, er glaube immer noch fest, dass Bin Laden eines Tages geschnappt werde. "Wir haben eine Menge Leute, die nach ihm suchen", sagte Bush in einem Gespräch mit CNN-Moderator Larry King am Dienstagabend. "Man kann nicht sein Leben lang entkommen."

AP/DPA AP DPA

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