HOME

Interview: "Wir blenden keine Region der Welt aus"

Im Interview erzählt Ulrike von Pilar, Geschäftsführerin von "Ärzte ohne Grenzen", warum die Organisation sich mit Spendenaufrufen für den Irak bisher zurück hielt und wie konkrete Hilfe aussieht.

Sechs Mitarbeiter der "Ärzte ohne Grenzen" arbeiten seit einer Woche in einem Bagdader Krankenhaus. Die Mediziner aus Italien, Frankreich, Österreich, Norwegen, Sudan und Algerien unterstützen das Personal eines Krankenhauses im Nordosten der Stadt. Zwei dieser Mitarbeiter werden seit Mittwochabend in Bagdad vermisst. Ansonsten bereiten sich die "Ärzte ohne Grenzen" wie viele andere Helfer in Jordanien, Syrien und Iran auf die Ankunft von Flüchtlingen aus dem Irak vor.

Die Geschäftsführerin von "Ärzte ohne Grenzen", Ulrike von Pliar, beantwortete unsere Fragen.

Frau von Pilar, warum hat sich "Ärzte ohne Grenzen" mit Spendenaufrufen für den Irak bisher zurückgehalten?

Natürlich brauchen wir auch jetzt schon Spenden für den Irak, doch niemand weiß momentan, wie die Situation vor Ort tatsächlich aussieht - es fehlen unabhängige Beobachter, die sich frei bewegen können. Natürlich wissen wir, dass die Menschen im Irak dringend unsere Hilfe brauchen. Schließlich waren schon vor dem Krieg 60 Prozent der Bevölkerung auf Lebensmittel und Medikamente aus dem "Öl-für-Lebensmittel"-Programm angewiesen. Wir wollen unseren Spendern aber sagen können, wem wir helfen und wie wir das konkret tun. Das konnten wir in der ersten Kriegswoche nicht. Inzwischen arbeiten unsere Kollegen im Schichtdienst des Al-Kindi-Hospitals und versorgen Verwundete und Verletzte. Was wir jedoch darüber hinaus an Hilfe leisten können, das wird sich erst in den nächsten Tagen und Wochen ergeben. Erst dann können wir abschätzen, wieviel Geld wir tatsächlich brauchen.

Es ist uns aber noch ein anderer Aspekt wichtig: Wenn alle Welt auf den Irak schaut, werden Projekte in Ländern wie Afghanistan, Burundi, Angola oder dem Kongo gerne vergessen. Dort ist aber auch dringend Hilfe nötig. Wir appellieren, uns mit einer freien Spende auch das Vertrauen zu schenken, dass wir die uns anvertrauten Gelder dort verwenden, wo Hilfe am dringendsten nötig ist - dabei blenden wir keine Region der Welt aus, natürlich auch nicht den Irak.

Das amerikanische Militär hat ein "Humanitäres Operationszentrum" eingerichtet, das die Hilfe vor Ort koordinieren soll. Was halten Sie davon?

Wir wissen zuwenig darüber, wie dieses Zentrum arbeiten soll. Für uns ist jedoch klar, dass wir uns in keinem Fall humanitäre Programme vorschreiben lassen. Bisher haben wir bei der kuwaitischen Regierung die Registrierung beantragt. Sollten sich die Machtverhältnisse verändern, müssen wir erst abwarten, mit welchen Bedingungen die Amerikaner die Registrierung verbinden. Unsere Sorge ist, dass damit der Zugang bestimmter Organisationen gefördert oder behindert werden soll. Dagegen würden wir allerdings protestieren, denn humanitäre Organisationen sollten sich niemals vom Militär koordinieren lassen, sondern von zivilen Stellen.

Auch das amerikanische Militär leistet humanitäre Hilfe. Im Afghanistan-Krieg wurden dazu gelbe Essens-Pakete aus der Luft abgeworfen, jetzt gibt es spezielle Truppenteile, die in der Nachhut Hilfe zu den Irakern bringen soll. Was halten Sie von diesen Maßnahmen?

Unser Grundsatz ist es, immer die Bedürftigsten zuerst zu versorgen - und wir müssen momentan zugeben, dass dies unter den Kriegsbedingungen nur schwer möglich ist. Aber das Abwerfen der Nahrungsmittel aus der Luft ist so beliebig, dass man mit Sicherheit davon ausgehen kann, dass es die Schwächsten überhaupt nicht erreicht. Vor allem, weil nicht kontrolliert wird, wer die Spenden in Empfang nimmt. Wenn jetzt im Irak die Militärs auch humanitäre Hilfe leisten sollen, sieht das sehr nach Sympathiewerbung aus. Unsere Sorge ist, dass solche Hilfe eher aus Propagandagründen geleistet wird und nicht mit dem Ziel, die Bedürftigsten zu erreichen.

Wird es nach den "embedded" Journalisten jetzt auch "embedded" Hilfsorganisationen geben?

Das fürchte ich schon - aber nicht mit uns.

Interview: Cornelia Fuchs
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(