Irak 14 US-Soldaten bei Absturz getötet


Bei einem Hubschrauberabsturz im Irak sind 14 Soldaten ums Leben gekommen. Das schwerste Unglück seit zweieinhalb Jahren passiert zu einem Zeitpunkt, da der Druck auf US-Präsident George W. Bush wächst, die amerikanischen Truppen aus dem Irak abzuziehen.

Bei einem Hubschrauberabsturz im Irak sind 14 Soldaten ums leben gekommen. Das schwerste Unglück seit zweieinhalb Jahren passiert zu einem Zeitpunkt, da der Druck auf US-Präsident George W. Bush wächst, die amerikanischen Truppen aus dem Irak abzuziehen.

Bei dem schwersten Hubschrauberunglück der US-Streitkräfte im Irak seit zweieinhalb Jahren sind 14 US-Soldaten ums Leben gekommen. Ihre "UH-60 Black Hawk" befand sich nach Militärangaben auf einem nächtlichen Kampfeinsatz im Norden des Landes. Die Einheit gehörte der "Task Force Lightning" an, die gegen sunnitische Rebellen vorgeht. Nach ersten Ermittlungen gebe es keine Hinweise, dass der Helikopter unter Beschuss geraten sein könnte, teilten die US-Streitkräfte in Bagdad mit. Offenbar handle es sich um einen mechanischen Defekt. Die genaue Ursache werde aber noch untersucht.

2005 kamen 31 Soldaten bei Absturz ums Leben

Die US-Streitkräfte im Irak setzen oft Hubschrauber ein, um das Risiko von Überfällen und Straßenbomben zu vermeiden. Der schwerste Hubschrauberunglück ereignete sich im Januar 2005. Damals geriet ein Transporthubschrauber in einen Sandsturm, 31 Soldaten wurden tödlich verletzt. Offenbar abgeschossen wurde eine "Black Hawk" am 20. Januar dieses Jahres in der Provinz Dijala. Damals kamen zwölf Soldaten ums Leben. Insgesamt wurden seit Beginn des Irak-Kriegs im März 2003 mehr als 3.700 US-Soldaten getötet.

Der Absturz passiert zu einem Zeitpunkt, da der Druck auf Präsident George W. Bush wächst, die US-Truppen aus dem Irak abzuziehen. Die Demokraten im US-Kongress fordern einen Abzug der derzeit etwa 160.000 US-Soldaten im Irak, was Bush jedoch vehement ablehnt. Bush sieht vielmehr im Irak-Krieg Parallelen zu Vietnam. Ein Rückzug hätte die gleichen verheerenden Auswirkungen wie damals in dem südostasiatischen Staat, will Bush laut vorab verbreiteten Auszügen in einer Rede warnen. Ein vorzeitiger Abzug würde den Soldaten und dem Irak "den Boden unter den Füßen wegziehen".

In der ersten Septemberhälfte soll dem US-Kongress der Fortschrittsbericht zum Irak vorgelegt werden. Autoren des Berichts sind der US-Botschafter im Irak, Ryan Crocker, und US-General David Petraeus. Das Papier gilt als wichtige Weichenstellung für das weitere Vorgehen in dem kriegsgebeutelten Land.

Unterdessen haben die USA harsche Kritik an der Politik des irakischen Regierungschefs geübt. US-Botschafter Crocker sagte, die Regierung von Ministerpräsident Nuri al-Maliki habe eine extrem enttäuschende Bilanz vorzuweisen. Es sei ihr nicht gelungen, die miteinander verfeindeten Bevölkerungsgruppen zu versöhnen. „Wir erwarten Ergebnisse, wie übrigens auch das irakische Volk, und unsere Unterstützung ist kein Blankoscheck“, fügte Crocker an die Adresse Malikis hinzu.

US-Präsident Bush sagte bei einem Besuch in Kanada, es liege in der Hand der Iraker, ihre Regierung abzulösen. Allgemein gebe es im irakischen Volk eine gewisse Unzufriedenheit mit der Führung.

AP/DPA AP DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker