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Irak: Al Kaida benennt Sarkawi-Nachfolger

Sein Name wurde via Internet bekannt gegeben und ist auch für al-Kaida-Experten eine Überraschung: Abu Hamsa al Muhadschir heißt al Sarkawis Nachfolger als Terroranführer im Irak.

Wenige Tage nach der Tötung des irakischen al Kaida-Chefs Abu Mussab al Sarkawi hat die Extremistenorganisation offenbar einen Nachfolger ernannt. Wie aus einer im Internet veröffentlichten Botschaft hervorgeht, soll Scheich Abu Hamsa al Muhadschir neuer Anführer der moslemischen Extremistengruppe im Irak werden. Die Ernennung des im Westen wenig bekannten al Muhadschir überraschte al-Kaida-Experten.

Der von der Terrororganisation unterzeichneten Erklärung zufolge hat ein Gremium der Extremisten-Organisation im Irak al Muhadschir einstimmig zum neuen Anführer bestimmt. "Scheich Abu Hamsa al Muhadschir ist ein guter Bruder, hat eine Vergangenheit im Dschihad und ist kenntnisreich. Wir bitten Gott, dass er fortsetzt, was Scheich Abu Mussab begonnen hat", heißt es auf der Internet-Seite weiter, die oft von militanten Islamisten genutzt wird.

Die Obduktion des Terroristenführers al Sarkawis hat nach US-Angaben dessen Tod infolge einer Bombenexplosion bestätigt. Er sei 52 Minuten nach dem Luftangriff auf sein gesichertes Haus bei Bakuba am vergangenen Mittwochabend gestorben, sagte Stabsarzt Oberst Steve Jones. Al Sarkawis geistlicher Berater Scheich Abdul Rahman sei dagegen auf der Stelle tot gewesen.

Auf jeden Fall hätten Tests der Polizeibehörde FBI eindeutig ergeben, dass es sich bei dem untersuchten Toten um al Sarkawi handele. Jones sowie ein Assistent bei der Obduktion fügten hinzu, der Leichnam habe keinerlei Spuren von Schlägen und anderen Misshandlungen oder Schussverletzungen aufgewiesen.

US-Soldaten sollen al Sarkawi Erste Hilfe geleistet haben

Generalmajor William Caldwell sagte zudem, US-Soldaten seien 28 Minuten nach dem Luftangriff zur Stelle gewesen und hätten al Sarkawi Erste Hilfe geleistet. Er habe sehr schwer geatmet, und es sei schnell klar gewesen, dass er auf Grund innerer Verletzungen nicht überleben könne. Er habe bei dem Angriff keine Schutzkleidung getragen. Was nun mit dem Leichnam geschehen solle, sei bislang unklar. Eine Entscheidung werde in Konsultation mit der irakischen Regierung getroffen. Weiter erklärte Caldwell, seit dem Tode al Sarkawis hätten die US-Streitkräfte rund 140 Einsätze gegen Aufständische lanciert. Dabei seien 32 Rebellen getötet und 178 weitere inhaftiert worden.

DPA/AP / AP / DPA