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Terror in Amman: Al Sarkawi bekennt sich zu Anschlägen

Hinter den Attentaten auf drei Hotels in der jordanischen Hauptstadt steht vermutlich der international gesuchte al-Kaida-Führer al Sakawi. Der Polizei des Landes ist nun ein Schlag gegen die Terrorzelle gelungen.

Nach den Selbstmordanschlägen in der jordanischen Hauptstadt Amman sind mehrere Verdächtige festgenommen worden. Sie würden weiter befragt, sagte ein Brigadegeneral von der Behörde für Öffentliche Sicherheit. Angaben zur Zahl der Festgenommenen und zu ihrer Nationalität lagen zunächst nicht vor.

Zu den Anschlägen hat sich die Terrorgruppe al Kaida bekannt. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bekennerschreiben im Namen der Gruppe, die bisher im Irak operierte und von dem Terroristen Abu Mussab al Sarkawi angeführt wird, heißt es, König Abdullah II. sei ein Verräter, der diese Hotels zu einem "Garten für die Feinde der Religion" gemacht habe.

Kein Beweis für die Echtheit des Schreibens

Die Planung der Anschläge sei wegen des wachsamen jordanischen Geheimdienstes nicht leicht gewesen. Für die Echtheit des auf einer Internetseite von Islamisten veröffentlichten Schreibens gab es zunächst keinen Beweis.

Aus Sicht der islamistischen Fanatiker gibt es mehrere Gründe, Jordanien anzugreifen. Vor allem ist es die Politik des Königs, die nicht nur von den Extremisten, sondern auch von vielen nationalistischen Arabern abgelehnt wird. Sie kritisieren vor allem, die engen Kontakte zu Israel und König Abdullahs Nähe zur US-Regierung.

Außerdem ist Jordanien ein Nachbarland des Irak, in dem die zu al Kaida gehörende Terrorgruppe von al Sarkawi ein Blutbad nach dem anderen anrichtet. In den vergangenen Wochen hatte es mehrfach Hinweise darauf gegeben, dass die im Irak operierenden Extremisten den Radius ihrer Anschläge erweitern wollten und demnächst auch in Nachbarländern angreifen würden.

Al Sarkawi, selbst gebürtiger Jordanier und meistgesuchter Terrorist der Welt, wird für einige Anschläge in seinem Heimatland verantwortlich gemacht. Erst im August bekannte er sich auf die Raketenanschläge auf US-Kriegsschiffe im jordanischen Hafen Akaba. In Jordanien wurde er in Abwesenheit zu 15 Haft verurteilt.

Die Selbstmordanschläge in der Hauptstadt waren die ersten Selbstmordattentate in dem Land. Kleinere Anschläge hatte es dort schon öfters gegeben. Im Dezember 2002 wurde ein amerikanischer Diplomat in Amman von Islamisten ermordet.

Bei den jüngsten Anschlägen am Mittwochabend, ließen die Täter kurz hintereinander drei Sprengsätze in den Hotels Radisson SAS, Grand Hyatt und Days Inn explodieren. Bei den Anschlägen wurden mindestens 57 Menschen getötet und 115 weitere verletzt.

Die staatliche Nachrichtenagentur Petra veröffentlichte nach der Anschlagserie Fotos von verstümmelten Leichen mit der Bildunterschrift: "Das ist es, was der Terrorismus angerichtet hat." Die Agentur wies ausdrücklich daraufhin, dass diese grausigen Bilder nicht zur Veröffentlichung in Zeitungen geeignet seien.

Die stärkste Explosion ereignete sich in einem Festsaal des Radisson-Hotels, wo nach Augenzeugenberichten gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Die meisten Todesopfer sind nach Angaben von Ärzten Jordanier. Der geschockte Bräutigam der Hochzeitsfeier sagte im Fernsehen, er habe fast zehn Angehörige verloren.

König Abdullah II. verurteilte die Anschläge als ein Verbrechen und kündigte ein entschlossenes Vorgehen gegen den Terrorismus an. Die feigen Anschläge würden seine Regierung nicht davon abhalten, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen, erklärte der König. Nach seiner vorzeitigen Rückkehr von einem offiziellen Besuch in Kasachstan besuchte er nach einem Bericht des US-Senders CNN am Donnerstagmorgen das beschädigte Radisson-Hotel.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Petra verurteilte auch ein Vertreter der radikalen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad die Selbstmordanschläge.

Auch international wurden die Bombenattentate verurteilt, so von US-Präsident George W. Bush, dem britischen Premierminister Tony Blair und dem französischen Premierminister Dominique de Villepin. UN-Generalsekretär Kofi Annan, der sich derzeit auf einer Nahost-Reise befindet, verurteilte die Anschläge gleichfalls. Nach Angaben einer Sprecherin verschob Annan einen für diesen Donnerstag geplanten Besuch in Amman.

Mit Material von DPA/AP/Reuters / AP / Reuters