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Tod al Sarkawis: Opfer seines eigenen paradoxen Kriegs

Ein kurzes Bombardement beendete das Leben des Topterroristen al Sarkawi. Sein Tod ist einer der wenigen Erfolge des US-Militärs im Irak. Ein Erfolg allerdings, den die Vereinigten Staaten vor allem dem Jordanier selbst verdanken.

Eine Analyse von Christoph Reuter

Selbst die guten Nachrichten aus dem Irak haben mit Mord zu tun: Abu Mussab al Sarkawi, selbsternannter Führer von "al Kaida im Irak", ist tot. Auch die Webseiten der weltweiten Dschihad-Bewegung lassen daran kaum noch einen Zweifel. Ums Leben gekommen ist er bei einem Bombardement seines Verstecks in der waldreichen mittelirakischen Provinz Diyala, nördlich von Bagdad.

Den Mann mit den neun Leben, der so oft schon totgesagt wurde, dem die US-Regierung eine Bein-Amputation angedichtet hatte, den alle Seiten für die furchtbarsten Massaker und Anschläge im Irak verantwortlich gemacht haben, wurde schon gar nicht mehr im Irak vermutet. Dass er nun, zusammen mit sieben seiner Komplizen, von irakischen Informanten verraten und mit einem kurzen Luftangriff umgebracht wurde, ist einer der raren Erfolge der US-Regierung im Irak.

Al Sarkawis Kampfgefährten kehrten ihm den Rücken zu

Ein Erfolg, den sie weniger ihrer Kriegsführung, sondern Sarkawi selbst verdanken dürften: Es waren vor allem seine irakischen Kampfgefährten aus der Zeit der US-Invasion 2003, die sich in den vergangenen Monaten immer deutlicher gegen ihn gestellt haben und aus deren Reihen nun auch die Tippgeber stammen dürften, die Sarkawis Aufenthaltsort verraten haben. Die 25 Millionen US-Dollar jedenfalls, die seit Jahren auf seinen Kopf ausgesetzt waren, konnten bislang niemanden aus seinem Umfeld zum Verrat bewegen.

In den letzten Monaten aber hat sich das Blatt gegen Sarkawi gewendet. Vor allem wegen der Kämpfe zwischen irakisch-sunnitischen Aufständischen und den vielfach aus Saudi-Arabien, Syrien, Jordanien und anderen Ländern in den Irak gesickerten Dschihadisten, als deren Anführer Sarkawi auftrat. Diejenigen Iraker, deren Feindbild nur die Amerikaner sind, waren Sarkawis wahllose Anschläge auf Zivilisten, Polizisten, Moscheen der Schiiten leid, weil sie sahen, dass er ihrer Agenda damit mehr schadet als nützt.

"Wir kommen doch gar nicht mehr dazu, gegen die Amerikaner zu kämpfen, weil wir völlig damit beschäftigt sind, gegen die Schiiten zu kämpfen", sagte voller Wut jüngst ein Anführer der Militanten im Westen Bagdads. "Möge Allah Sarkawi verfluchen, denn er hat mit seinen Angriffen auf die Schiiten diese gegen uns aufgebracht. Die Schiiten sind mehr, besser bewaffnet, besser organisiert, unterstützt vom Iran - im Bürgerkrieg haben wir keine Chance gegen sie!"

Wie sehr sich im unübersichtlichen irakischen Kampfgeschehen gerade die Fronten verschieben, illustriert das Fazit des Bagdader Aufständischen: "Unsere einzige Hoffnung sind die Amerikaner - dass sie den Iran angreifen und endlich ihre wahren Feinde erkennen!"

Es ist ein paradoxer Krieg, in dem sowohl die US-Truppen wie Sarkawi mit ihren Taten das Gegenteil ihrer Absichten erzielt haben: Washington hatte schon vor dem Krieg Sarkawi zum Super-Terroristen aufgebaut, der er damals noch gar nicht war, um ihn als Beleg für eine Kooperation zwischen Saddam Hussein und al Kaida zu präsentieren. Colin Powell nannte in seiner berühmten Rede vor den Vereinten Nationen am 5. Februar 2003 21 Mal Sarkawis Namen, behauptete, dass sei Mittelsmann zwischen Bin Laden und Saddam.

Nur ein Gerücht, das sich al Sarkawi ein Bein amputieren ließ

Später ließ das Weiße Haus durchsickern, dass Sarkawi sich in Bagdad ein Bein habe amputieren lassen. Dass nichts davon stimmte und Sarkawi sich kurz vor dem Krieg fast ausschließlich in Teheran aufhielt, mit Billigung der iranischen Revolutionsgarden, wusste die US-Regierung - vom BND und BKA, die Sarkawis Telefonate fast lückenlos überwacht hatten, (auch wenn Sarkawi nie selbst sprach, sondern Vertraute reden ließ) und dessen Aufenthaltsorte kannten, es aber für nicht opportun hielten, die US-Regierung der Lüge zu bezichtigen.

Nach dem Sturz Saddams kam Sarkawi dann tatsächlich in den Irak - und an die Spitze der Dschihadisten, die unterschiedslos jeden morden wollen, der sich ihrem Führungsanspruch widersetzt. Die PR-Maschinerie der Amerikaner machte ihn für so ziemlich alles verantwortlich, was an Morden im Land geschah und schufen das Image vom Super-Terroristen. Als 2004 die britische Care-Direktorin im Irak, Margret Hassan, entführt wurde, hieß es, Sarkawi sei dafür verantwortlich; als die US-Truppen in Falludscha eine enthauptete Frauenleiche fanden, hieß es, dies sei ihre Leichen, hingerichtet von Sarkawis Männern. Weder das eine, noch das andere stimmte. Aber die reflexartige Annahme der US-Regierung, es müsse immer einen Super-Bösen geben, der für alles verantwortlich ist, schufen jenen Nimbus, den Sarkawi sich zunutze machte.

Wie Sympathisanten der Aufständischen gegenüber dem stern schon 2004 erklärten, übernehme er die Verantwortung auch für Taten die er gar nicht begangen hatte. Zudem agierten Gruppen in seinem Namen: "Wenn die sich 'Dschihad-Gruppe Bagdad Nord' nennen würden, interessiert sich doch keiner dafür. Aber wenn die sagen: 'Wir handeln im Namen Sarkawis', kommen sie ins Fernsehen!"

Da beide Seiten, US-Regierung wie Dschihadisten, ein Interesse daran hatten, Sarkawi so groß wie möglich aufzublasen, waren Legende und Realität kaum noch zu trennen - zumal bei frühen Taten wie der Enthauptung der US-Geisel Nicholas Berg im Mai 2004 Sarkawi nie im Bild zu identifizieren war, sondern nur behauptet wurde: "Abu Mussab al Sarkawi schlachtet einen Amerikaner".

Erst als er in den vergangenen Monaten immer stärker unter Druck ehemaliger Gefolgsleute geriet und selbst sein religiöser Mentor aus gemeinsamen Gefängniszeiten ihm Barbarei vorwarf wegen seines Mordfeldzugs gegenüber schiitischen Muslimen, ließ er Videos von sich verbreiten: im Kreise seiner Kämpfer, beim Versuch, ein Maschinengewehr zu bedienen - was ihm nur mit Hilfe gelang. Aber seine tatsächliche Bedeutung nahm ab mit der schwindenden Zahl seiner irakischen Anhänger, ohne die der gebürtige Jordanier sich nicht mehr sicher fühlen konnte im Zweistromland.

Führer eines führungslosen Terrors

Als Führer, der alles befiehlt, war Sarkawi ohnehin längst ein anachronistisches Konzept: der nihilistische Terror von al Kaida braucht keine Führer mehr, keine Befehlsketten, keine hierarchischen Organisationen. Im Irak wird Sarkawis Tod das alltägliche Morden nicht beenden - aber verändern.

Die ausländischen Dschihadisten, verantwortlich für viele Selbstmordattentate, sind im Moment dabei, ihre Basis im Irak zu verlieren. Die Sunniten, lange Zeit die kriegstreibende Kraft, sind in der Defensive: Denn längst gehen die meisten Toten im Land weder auf deren Konto, noch auf das der US-Truppen. Sie werden Opfer der schiitischen Todesschwadronen die unter diskreter Führung der schiitischen Regierungskoalition die ethnische Säuberung des Irak vorantreiben.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(