Irak Der Blutzoll der Amerikaner steigt


Im Oktober sind bereits 103 Soldaten der US-Streitkräfte im Irak ums Leben gekommen - es ist der verlustreichste Monat seit Januar 2005. Die Mehrheit der Amerikaner will inzwischen den Abzug aus dem Irak, US-Präsident Bush ist in Bedrängnis.

Am Dienstag starben wieder US-Soldaten im Irak - damit zählte die US-Armee im Oktober 103 Tote (Stand: 31. Oktober 2006, 03:51:47). Die Angriffe auf die US-Truppen hätten deutlich zugenommen, sagte ein Sprecher des Verteidigungs- ministeriums in Washington. Der Grund dafür sei neben dem islamischen Fastenmonat Ramadan auch die bevorstehenden Kongresswahlen in den USA. Der Oktober 2006 ist damit der blutigste Monat für die USA im Irak seit Januar 2005. Damals starben 107 Mitglieder des US-Militärs.

Laut Angaben der Website "Iraq Coalition Casualty Count" sind die verlustreichsten Monate für die US-Truppen im Irak der November 2004 mit 137 Toten und der April im gleichen Jahr mit 135 Toten. Insgesamt kamen seit der Invasion im März 2003 bislang 2816 US-Soldaten ums Leben und 20.687 US-Soldaten wurden verwundet (Stand: 31. Oktober 2006, 03:51:47).

Die hohe Opferzahl hat in den USA eine zunehmende Anti-Kriegs-Stimmung ausgelöst. Umfragen zufolge ist eine deutliche Mehrheit mittlerweile unzufrieden mit der Irak-Politik von Präsident George W. Bush. Daher dürften Bushs Republikaner bei den Kongresswahlen am 7. November empfindliche Stimmeneinbußen erleiden. Die Mehrheit der US-Amerikaner fordert einen konkreten Zeitplan für einen Rückzug aus dem Irak.

Irak will Verlängerung des UN-Mandats für US-geführte Truppen

Diesen Wunsch hört die irakische Regierung nicht gerne. Trotz der beschleunigten Ausbildung eigener Sicherheitskräfte sei die Präsenz ausländischer Soldaten unabdingbar für die Sicherheit des Landes, betonte der irakische Außenminister Hoschijar Sebari. Der Irak will daher die Vereinten Nationen um eine Verlängerung des Mandats für die US-geführten Truppen um ein weiteres Jahr bitten. Ein entsprechendes UN-Mandat dafür läuft am 31. Dezember aus.

Großbritannien zieht Konsulatspersonal aus Basra ab

Unterdessen hat Großbritannien auf die unsichere Lage im Irak reagiert. Aus Sicherheitsgründen wurden die meisten Konsulatsmitarbeiter aus der südirakischen Stadt Basra abgezogen. Die Angestellten seien wegen der Bedrohung durch Mörsergranaten zum Flughafen geschickt worden, teilte das Außenministerium mit. Im Hauptquartier in Basra selbst blieben der Generalkonsul und einige Mitarbeiter.

Die Lage in der Stadt Basra ist gespannt, da schiitische Gruppen um die Kontrolle in der Stadt kämpfen. Der jüngste Vorfall in der Gegend ereignete sich am Sonntag, als bei einem Angriff auf einen Kleinbus der Polizei zufolge 17 Menschen ums Leben kamen. Der Bus hatte kurz zuvor eine unter Aufsicht des britischen Militärs stehende Polizeiakademie in einer Stadt rund zwölf Kilometer von Basra entfernt verlassen.

AP/Reuters/fri AP Reuters

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