Irak Ein US-Soldat im Blutrausch


Steven Green, 21, US-Infanterist, drang mit Kameraden in ein irakisches Haus, vergewaltigte eine junge Frau - und erschoss sie sowie drei Angehörige. Das zumindest wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Die US-Armee hat damit ihren nächsten Skandal.

Der Richter in Charlotte (North Carolina) erließ am Montag Haftbefehl gegen Steve Green. Aus Dokumenten, die dem Gericht vorliegen, geht hervor, dass Green schon vor Bekanntwerden des Mordfalls aufgrund einer "Persönlichkeitsstörung" aus der Armee entlassen worden war.

Die Staatsanwaltschaft wirft Green vor, die Vergewaltigung geplant zu haben. Ihm sei das Opfer bei einer Straßenkontrolle aufgefallen, und er habe mit anderen Soldaten mehrfach über seine Absichten gesprochen. Die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft beruhen auf Verhören, die FBI-Agenten und Ermittler mit drei Soldaten aus Greens ehemaliger Einheit, der 502. Infanterie-Division, geführt haben.

Erst 14 Jahre?

Den Zeugenaussagen zufolge drangen im März insgesamt vier Soldaten in das Haus der Familie ein. Dort habe Green eine Frau, einen Mann und ein kleines Mädchen in ein Schlafzimmer geführt und erschossen. Anschließend hätten er und ein weiterer Soldat die jungere Irakerin vergewaltigt. Dann habe Green sie mit mehreren Kopfschüssen getötet. Das Opfer war nach Einschätzung des FBI etwa 25 Jahre alt, ein Nachbar der Familie sagte der Nachrichtenagentur AP jedoch, sie sei erst 14 gewesen.

Außer Green wurde bisher niemand formell beschuldigt. Vier weitere Mitglieder der 502. Infantrie-Division mussten jedoch ihre Waffen abgeben und durften ihren Stützpunkt nahe der irakischen Stadt Mahmudija nicht verlassen. Einem Gewährsmann zufolge kam der Fall nach der grausamen Tötung und Verstümmelung von zwei entführten US-Soldaten im Raum Mahmudija Mitte Juni ans Licht. Offenbar aus Gewissensbissen heraus habe einer der mutmaßlichen Beteiligten die Ermordung der Familie gestanden.

AP AP

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