Irak-Krieg US-Armee auf Stimmungsmache


Das Zitat eines Irakers, das sich gegen Terrorismus richtet, bringt die US-Armee in Misskredit. Es tauchte in Pressemitteilungen auf - zu zwei unterschiedlichen Anschlägen.

Die US-Armee ist in Verdacht geraten, mit getürkten Aussagen die Stimmung in der irakischen Bevölkerung zu beschönigen. Nach einem Anschlag in Bagdad, bei dem am 13. Juli mehr als 30 Kinder starben, zitierte die 3. Infanterie Division in einer Pressemeldung einen anonymen Iraker: "Die Terroristen greifen die Infrastruktur an, die Kinder und den ganzen Irak. Sie sind Feinde der Menschheit, ohne Religion und jegliche Ethik. Sie haben heute meine Gemeinde angegriffen, und ich werde nun gegen die Terroristen zurückschlagen."

Das klang endlich einmal nicht wie die übliche Forderung nach "Abzug der Besatzer", sondern wie die Ankündigung, auf Seiten der GIs zu kämpfen. Doch nach einem Anschlag am 24. Juli tauchte in einer Pressemeldung der US-Army erneut ein ungenannter Iraker mit den Worten auf: "Die Terroristen greifen die Infrastruktur an, die ISF und den ganzen Irak. Sie sind Feinde der Menschheit ohne Religion und jegliche Ethik. Sie haben heute meine Gemeinde angegriffen, und ich werde nun gegen die Terroristen zurückschlagen."

Pentagon-Sprecher Lawrence T. Di Rita sprach von einem "ungeheuren Irrtum" und untersagte den Kommandeuren künftig jegliche Verwendung anonymer Zitate. Die Statements der ungenannten Iraker vom 13. und 24. Juli seien jedoch nicht erdichtet, sondern echt gewesen.

Peter Meroth

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