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Extreme Zahlen zu Stimmungsmache: Hetze im Netz gegen Migrationspakt: Eine Firma zeigt, wie viele User gar nicht real sind

Um sich ein Bild von der politischen Stimmung zu machen, muss man nur die Einträge in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co. checken – oder? Leider nein, denn immer wieder manipulieren Social Bots Diskussionen zu politischen Themen. Bei einem sind die Eingriffe nun besonders gravierend.

Ein Handy mit Apps von sozialen Netzwerken

Social Bots werden in sozialen Netzwerken eingesetzt

AFP

In der Debatte um den UN-Migrationspakt haben einer Untersuchung zufolge außergewöhnlich viele sogenannte Social Bots im Internet Stimmung gegen die internationale Übereinkunft gemacht. Das berichtet die Zeitung "Die Welt" (Montagsausgabe) unter Berufung auf eine Analyse der Firma Botswatch, bei der hunderttausende Kurzbotschaften im Online-Dienst Twitter ausgewertet wurden.

Demnach sind mit 28 Prozent mehr als ein Viertel aller Tweets zum Migrationspakt auf Social Bots zurückzuführen, also auf programmierte Teilnehmer in sozialen Netzwerken, die sich als reale Menschen ausgeben. Den Analysten zufolge liegt der Durchschnitt bei politischen Diskussionen sonst etwa bei der Hälfte (zehn bis 15 Prozent).

Der beim Migrationspakt beobachtete Anteil von Social Bots an einer Diskussion ist laut Botswatch so hoch wie seit der Bundestagswahl nicht mehr. Gestreut wurden demnach zum Beispiel Behauptungen, wonach die Bundesregierung versuche, die Öffentlichkeit beim Migrationspakt bewusst zu täuschen. Für die Studie untersuchte Botswatch rund 800.000 Tweets, die zwischen dem 24. November und dem 2. Dezember veröffentlicht wurden.

Verbindung zu "Gelbwesten"

Bei den untersuchten Netzwerken gab es der Analyse zufolge Verbindungen zu den Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung in Frankreich, schreibt die "Welt". Laut den Autoren der Studie soll so der Eindruck einer grenzüberschreitenden Bewegung hergestellt werden. Dieselben Netzwerke, die gegen den Migrationspakt aktiv sind, sind demnach zudem auch beim Thema Dieselfahrverbote aktiv. Auf mögliche Hintermänner der Social Bots geht die Analyse nicht ein.

Der UN-Migrationspakt soll bei einer am Montag beginnenden Konferenz in Marrakesch angenommen werden. Der Pakt umfasst eine Reihe von Leitlinien und Maßnahmen, deren Umsetzung rechtlich nicht bindend ist. Im Kern geht es um eine bessere Zusammenarbeit in der Migrationspolitik und um Standards im Umgang mit Flüchtlingen. Um den Migrationspakt gab es in den vergangenen Wochen teils heftige Debatten. Eine Reihe von Staaten ist vom Pakt abgerückt.

AFP
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