Irak US-Militär kündigt Großoffensive an


Angesichts der ausufernden Gewalt durch Aufständische im Irak kündigt die US-Armee nun einen Großeinsatz an, "wie ihn die Stadt noch nie gesehen hat". Das Militär will vor allem mit neuen Taktiken gegen die Gewalttäter vorgehen.

Der Gewalt im Irak ist ein weiterer US-Soldat zum Opfer gefallen. Er erlag den Verletzungen, die er sich am Sonntag bei einem Angriff von Aufständischen in der Provinz Dijala nordöstlich von Bagdad zugezogen hatte, wie die amerikanischen Streitkräfte mitteilten. Seit Kriegsbeginn im März 2003 sind nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP schon rund 3100 US-Soldaten im Irak getötet worden.

Gegen die anhaltenden Anschläge will die US-Armee nun mit einem Großeinsatz vorgehen, der nach Angaben eines hochrangigen Militärvertreters kurz vor bevorsteht. "Das wird eine Offensive, wie sie die Stadt noch nie gesehen hat", sagte am Sonntag Oberst Doug Heckman, Berater der 9. irakischen Armee Division.

Verglichen mit früheren Einsätzen, die nicht zu einem Ende der Gewalt geführt hatten, werde diese Offensive einen wesentlichen Unterschied machen. Geplant sei, dass Soldaten der irakischen Armee und des US-Militärs die Wohngegenden der Hauptstadt nach Extremisten und illegalen Waffen durchsuchten und dann die Gegenden abriegelten.

Die US-Armee kündigte zudem an, mit neuen Taktiken den Abschuss weiterer Hubschrauber im Irak erschweren zu wollen. Innerhalb der vergangenen zwei Wochen hätten Aufständische insgesamt vier Helikopter abgeschossen, sagte Armee-Sprecher William Caldwell. Bei den Angriffen seien 21 Menschen - sowohl US-Soldaten als auch Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen - getötet worden. Die Hubschrauber seien andauernd im Visier der Aufständischen, sagte Caldwell. Zwar würden die Vorfälle noch untersucht, "in der Zwischenzeit werden die US-Hubschrauber aber ihre Art zu fliegen ändern".

Die neue Offensive wird als letzter Versuch gesehen, ein Abgleiten des Landes in den Bürgerkrieg zu verhindern. Um der Lage Herr zu werden entsendet US-Präsident George W. Bush 21.500 weitere Soldaten in den Irak - die meisten sollen bei der Offensive in Bagdad eingesetzt werden. Die Pläne stoßen nicht nur bei den oppositionellen Demokraten, sondern auch bei Bushs Republikanern auf Widerstand.

Die Gewalt in Bagdad hat in den vergangenen Wochen massiv zugenommen. Am Samstag wurde der bisher schwerste Anschlag verübt seit dem Einmarsch der US-Truppen 2003. Eine Autobombe riss auf einem belebten Marktplatz mindestens 135 Menschen mit in den Tod.

DPA/AP AP DPA

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