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Offensive gegen den IS: Iraks Streitkräfte melden Erfolg beim Marsch auf Tikrit

Die letzte Bastion vor einer neuen Großoffensive im Irak ist eingenommen - die Stadt Al-Alam wurde vom Islamischen Staat befreit. Schon Mittwoch könnte der Angriff auf die Metropole Tikrit beginnen.

Bei irakischen Soldaten herrscht Freude über die Befreiung der Stadt Al-Alam

Bei irakischen Soldaten herrscht Freude über die Befreiung der Stadt Al-Alam

Bei ihrer Offensive gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) haben die irakische Armee und schiitische Kämpfer am Dienstag die Stadt Al-Alam eingenommen. Al-Alam gilt als letzte Bastion vor der Metropole Tikrit, die seit Mitte des vergangenen Jahres vom IS beherrscht wird. In der vor allem von Sunniten bewohnten Geburtsstadt des früheren Machthabers Saddam Hussein hatte der IS anfangs zahlreiche Unterstützer. Die Sunniten, einst in den Schlüsselpositionen des Staates, fühlen sich heute von der schiitischen Mehrheit im Irak dominiert.

Bürgermeister Laith al-Dschuburi erklärte offiziell, dass die Stadt nunmehr von den IS-Extremisten befreit sei. "Wir sind glücklich über diesen Sieg, und wir wollen, dass Al-Alam der Ausgangspunkt für die Befreiung von Tikrit und Mossul wird", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein Reuters-Fotograf beobachtete, wie zahlreiche Familien, die vor den IS-Extremisten aus Al-Alam geflohen waren, wieder zurückkehrten. Sie feierten und schlachteten Schafe für die siegreichen Kämpfer.

Sturm auf Tikrit steht kurz bevor

Die irakischen Streitkräfte und Milizen kontrollieren nunmehr die zwei Städte im Norden und Süden von Tikrit im Tal des Tigris. Sie scheinen damit bereit zu sein, den Sturm auf die Metropole selbst zu beginnen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, dies könne schon am Mittwoch geschehen. Die seit zehn Tagen laufende Offensive zeichnete sich bislang aber eher durch ein kontinuierliches und schrittweises Vorgehen aus als durch ein schnelles Vorpreschen.

Die irakische Regierung erhofft sich von der Offensive eine Wende im Kampf gegen den IS. Die Miliz schickte Verstärkung aus dem Norden nach Tikrit, kam inzwischen aber auch dort in Bedrängnis. Bei Kirkuk wurden die IS-Stellungen von kurdischen Peschmerga-Kämpfern massiv angegriffen.

amt/Reuters / Reuters