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Irak: US-Truppen rücken an Nadschaf heran

Ungeachtet der Bemühungen um eine Eindämmung des Konflikts mit den irakischen Schiiten gab es eine erneute Serie von Angriffen auf die Koalitionstruppen. Die US-Streitkräfte sind bis auf sechs Kilometer an die heilige Stadt Nadschaf herangerückt.

Bei einer Serie von Angriffen auf die Koalitionstruppen im Irak sind am Montag mindestens zwei US-Soldaten und sieben Iraker getötet sowie dreizehn US-Soldaten und ein Brite verletzt worden. Bei einer Explosion im Norden von Bagdad wurde ein Gebäude zerstört. Nach Angaben des US-Militärsprechers in Bagdad, General Mark Kimmitt, wurden zwei amerikanische Soldaten getötet und fünf verletzt. Bei heftigen Kämpfen in der Unruhestadt Falludscha wurde ein US-Soldat getötet, acht wurden verletzt. Nach Berichten aus der Stadt wurden in Dscholan, einem Randbezirk von Falludscha, fünf US-Soldaten getötet. In Falludscha wurden nach US- Angaben acht Soldaten bei den Kämpfen verletzt. US-Soldaten wurden nach Kimmitts Angaben von Aufständischen, die sich in einer Moschee verschanzt hatten, in Kämpfe verwickelt.

Weitere Angriffe auf US-Konvois im Süden des Landes

Augenzeugen berichteten von einer massiven Explosion in einem Gebäude im nördlichen Bagdader Bezirk Wasirija, als es US-Soldaten inspizieren wollten. Dort wurden chemische Substanzen vermutet, sagte Kimmitt. Das Gebäude wurde von einer Exlposion erschüttert, ehe es zur Durchsuchung kam. Zwei US-Soldaten starben. Fünf US-Soldaten und acht irakische Zivilisten wurden verletzt.

Im Süden von Bagdad gab es nach Angaben des arabischen Fernsehsenders El Dschasira zwei weitere Angriffe auf US-Konvois. Über mögliche Opfer war zunächst nichts bekannt. Östlich der Stadt Dawinija kamen spanische Soldaten unter Beschuss. Die Spanier hätten den Angriff zurückgeschlagen und fünf irakische Angreifer getötet und sieben gefangen genommen, teilte das Verteidigungsministerium in Madrid mit. In der Nähe der Stadt Suweira geriet eine ukrainische Brigade am späten Sonntagabend unter Beschuss. Nach Angaben eines Militärsprechers wurde niemand verletzt.

Irakische Entführer erpressen italienisches Volk

In der südirakischen Stadt Basra fuhr ein Konvoi auf eine am Straßenrand versteckte Bombe, wie El Dschasira unter Berufung auf einen britischen Militärsprecher berichtete. Dabei sei ein britischer Soldat leicht verletzt worden.

Die irakischen Entführer dreier italienischer Geiseln haben den Italienern mit dem Tod gedroht. Sie würden die Männer töten, falls "das italienische Volk" nicht innerhalb von fünf Tagen "Proteste gegen die italienische Militärpräsenz im Irak organisiert", berichtete das staatliche italienische Fernsehen am Montag unter Berufung auf ein Video im arabischen Fernsehsender Al Arabija.

Schüsse auf bulgarischen Präsidenten

Während eines Überraschungsbesuchs des bulgarischen Präsidenten Georgi Parwanow bei bulgarischen Soldaten wurde die Autokolonne des Staatschefs am Sonntag von Schiiten beschossen. Verletzt wurde niemand. Ein Regierungssprecher in Sofia beschuldigte polnische Medien, sie hätten vorab Information über den Besuch verbreitet. Das polnische Militärkommando im Irak bestritt diese Darstellung.

In New York rechnen UN-Diplomaten mit Auseinandersetzungen im Sicherheitsrat über eine von den USA und Großbritannien angestrebte neue Irak-Resolution. Viele Signale aus Washington zum Entwurf der Resolution "deuten auf schwierige Verhandlungen hin", hieß es in UN- Kreisen. Unterschiedliche Auffassungen gebe es unter anderem zur abschließenden Einschätzung zu angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen.

DPA