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Irak: USA schicken mehr Militärberater in den Irak

Die Lage der Jesiden im Nordirak ist weiter dramatisch. Um die Flüchtlinge vor den Islamisten in Sicherheit zu bringen, entsenden die USA weitere 130 Militärberater.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hat angekündigt, weitere 130 Militärberater in den Nordirak zu schicken. Die Experten sollten die humanitäre Lage in der Region um die Kurdenhauptstadt Erbil beurteilen und fundierte Empfehlungen geben, "wo wir weiter helfen können".

Grund ist, dass die USA unter Hochdruck nach Möglichkeiten suchen, die bis zu 30.000 von Islamisten belagerten Zivilisten aus dem irakischen Sindschar-Gebirge in Sicherheit zu bringen. "Genau das prüfen wir gerade", sagte US-Außenminister John Kerry am Mittwoch bei einem Besuch auf den südpazifischen Salomonen. Eine sehr rasche und kritische Prüfung sei im Gange, "denn es ist sehr dringend".

Soldaten nehmen nicht an Kampfhandlungen teil

"Diese Kräfte werden an keiner Kampfhandlung teilnehmen", hieß es. Sie sollten "vorübergehend" ins Land geschickt werden und sich dabei mit dem US-Außenministerium und der Hilfsorganisation USAID abstimmen, um die Pläne auch mit internationalen Partnern zu koordinieren.

Obama hatte zuvor bereits rund 300 Soldaten in das Land geschickt, um irakische Sicherheitskräfte zu unterstützen und die große US-Botschaft in Bagdad zu schützen. Einen Kampfeinsatz bewaffneter Bodentruppen hatte er mehrfach ausgeschlossen.

Angst vor einem Genozid

Die US-Armee hatte vergangene Woche auf Anordnung von Obama Luftangriffe gegen die Dschihadisten-Organisation Islamischer Staat (IS) gestartet, um ihren Belagerungsring um die Sindschar-Berge zu durchbrechen und den Vormarsch auf Erbil zu stoppen. Laut dem Pentagon flog die Luftwaffe zuletzt täglich 50 bis 60 Kampf- und Hilfseinsätze. Neben der US-Luftwaffe werfen auch irakische und britische Flugzeuge Hilfspakete ab.

Die Vereinten Nationen hatten am Dienstag gewarnt, in dem Gebirge seien noch 20.000 bis 30.000 Menschen gestrandet, insbesondere Mitglieder der religiösen Minderheit der Jesiden. Die UN-Expertin für die Rechte von Minderheiten, Rita Izsák, erklärte, "binnen Tagen, wenn nicht Stunden drohen Massengräuel und ein möglicher Völkermord".

tis/ivi/dho/AFP/DPA / DPA