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Irak: USA verteidigen Einsatz von Phosphor

Weißer Phosphor kann einen Menschen bis auf die Knochen verbrennen. Das US-Verteidigungsministerium hat jetzt zugegeben, diese Waffe im Irak eingesetzt zu haben.

Über den Einsatz von Phosphor bei einer US- Großoffensive im Irak ist ein heftiger Streit entbrannt. Kritiker werfen den USA vor, mit dem Einsatz von Phosphor-Bomben als Waffe eine neue Stufe der Eskalation erreicht zu haben. Im Jahr 1983 trat eine Vereinbarung über konventionelle Waffen in Kraft, die den Einsatz von Brandwaffen gegen Zivilisten verbietet. Sie dürfen auch nicht gegen militärische Ziele eingesetzt werden, wenn diese nicht klar von zivilen Zielen abgegrenzt werden können. Die USA haben die Vereinbarung jedoch nicht unterzeichnet.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums bezeichnete den Einsatz von leicht brennbarem Phosphor in Falludscha im Jahr 2004 als rechtmäßig: "Es ist Teil unseres konventionellen Waffen-Arsenals und wir verwenden es wie wir andere konventionelle Waffen einsetzen." Es gebe keine Konvention, die den Gebrauch von weißem Phosphor verbiete, ergänzte ein anderer Sprecher. Der Weiße Phosphor gehört im militärischen Bereich nicht zu den chemischen, sondern konventionellen Waffen.

Kein Einsatz gegen Zivilisten

Das Pentagon hatte zuvor bestätigt, dass weißer Phosphor gegen Aufständische verwendet worden sei. Entgegen einem italienischen Fernsehbericht sei jedoch nicht mit Phosphor-Munition auf Zivilisten gefeuert worden. Auch britische Truppen haben im Irak weißen Phosphor eingesetzt. Allerdings sei dies ausschließlich als Täuschungsmanöver geschehen, erklärte der britische Verteidigungsminister John Reid.

Der italienische Fernsehsender RaiNews24 hatte Anfang November eine Dokumentation ausgestrahlt, in der den USA vorgeworfen wurde, bei ihrer Offensive gegen Falludscha Ende 2004 chemische Waffen eingesetzt zu haben - auch direkt gegen Zivilpersonen gerichtet. Die Autoren beriefen sich auf Aussagen amerikanischer Soldaten, die grausame Szenen von durch Phosphorgranaten verbrannten Körpern zahlreicher Zivilisten schilderten.

Verwendung von Phosphor zu Militär-Zwecken

Phosphor wird bei Militäreinsatzen in erster Linie wegen seiner rauchentwickelnden Eigenschaften zur Vernebelung und Markierung von Zielen eingesetzt. Da Phospphor aber auch bei Temperaturen ab 50 Grad Celsius brennt, kann er auch als gefährliche und wirkungsvolle Brandwaffe zum Einsatz kommen. Phosphor-Bomben hinterlassen bei Menschen schreckliche Verbrennungen.

Reuters, AP, DPA / AP / DPA / Reuters
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