Irak USA wollen Hilfe der UN


Angesichts der Gewalt in Irak setzen die USA auf die Hilfe der Vereinten Nationen: Er erwarte, dass in einer neuen Resolution eine "UN-Mission auf einer breiten Basis" festgelegt werde, sagte der amerikanische UN-Botschafter Negroponte.

Angesichts der nicht enden wollenden Gewalt in Irak setzen die USA auf die Hilfe der Vereinten Nationen: Er erwarte, dass in einer neuen Resolution eine "UN-Mission auf einer breiten Basis" festgelegt werde, sagte der amerikanische UN-Botschafter John Negroponte am Freitag in New York. Die Mitgliedstaaten rief er auf, die Mission mit Truppenentsendungen zu unterstützen. Aufständische entführten unterdessen einen Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und offenbar auch einen dänischen Zivilisten.

Bildung einer Übergangsregierung

US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair signalisierten Unterstützung für den UN-Plan, den irakischen Regierungsrat durch eine Übergangsregierung zu ersetzen und dieser bis zum 1. Juli die Verantwortung zu übergeben. Die Koalitionstruppen sollten aber auch über diesen Zeitpunkt hinaus in Irak bleiben. US-Außenminister Colin Powell hatte zuvor von einem "einwandfreien" Vorschlag gesprochen, es seien aber noch weitere Beratungen mit den UN und anderen Parteien erforderlich. Nach einem Bericht der "New York Times" akzeptierte die US-Regierung sogar die im Plan des Sondergesandten Lakhdar Brahimi festgelegten Einzelheiten für den Machttransfer.

Auch Blair sprach sich für eine Schlüsselrolle der Vereinten Nationen bei der Demokratisierung und Befriedung Iraks aus. Zudem forderte er am Donnerstagabend nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan eine neue Irak-Resolution des Weltsicherheitsrates.

Gefechte bei Kufa

Bei Gefechten bei Kufa nahe der heiligen Stadt Nadschaf wurden unterdessen fünf Zivilisten getötet und 14 weitere verwundet, wie Krankenhausmitarbeiter erklärten. Schiitische Geistliche warnten die US-Streitkräfte davor, nach Nadschaf oder in die Stadt Kerbela einzudringen. Vor Nadschaf sind rund 2.500 Soldaten zusammengezogen worden, die den radikalen Schiitenführer Muktada El Sadr gefangen nehmen oder töten sollen.

Einsatz schwerer Bomben

Im seit fast zwei Wochen umstellten Falludscha trafen unterdessen erstmals US-Kommandeure zu direkten Gesprächen mit Vertretern der Stadt zusammen. Bislang hatten beide Seiten nur über irakische Mittelsmänner miteinander verhandelt. Die Truppen sagten nach Angaben eines Sprechers den Bürgern freien Zugang zum Krankenhaus der Stadt zu. Die Verhandlungen sollten am (morgigen) Samstag fortgesetzt werden. Noch kurz vor dem Treffen hatte ein US-Kampfflugzeug eine 1.000 Kilogramm schwere Bombe auf ein Gebäude im Norden der Stadt abgeworfen.

Erneut zwei Zivilisten verschleppt

Als Polizisten verkleidete Männer entführten am Donnerstag einen Zivilisten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aus seinem Hotel in Basra, wie der Polizeichef der südirakischen Stadt am Freitag mitteilte. Zunächst hatte es geheißen, der Mann stamme aus den USA. Nach Angaben des Außenministeriums in Kopenhagen wurde vermutlich auch ein Däne entführt. Er arbeitete laut einem Bericht des dänischen Fernsehens an einem Abwasser-Projekt in Basra und wurde auf dem Weg nach Bagdad in Tadschi gefangen genommen.

Drei in Irak vermisste tschechische Journalisten wurden dagegen freigelassen. "Wir sind alle bei guter Verfassung", sagte einer von ihnen im tschechischen Rundfunk. Die drei wurden am Sonntag entführt, als sie von Bagdad mit einem Taxi nach Jordanien fahren wollten. Ebenfalls wieder auf freiem Fuß ist ein Chinese, der am Mittwoch verschleppt worden war.


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