Irak Vizeminister samt 19 Leibwächter entführt

Laut des staatlichen irakischen Fernsehens haben Unbekannte in Bagdad den Vizeminister für Elektrizität und 19 seiner Leibwächter verschleppt - damit ist erneut ein schiitisches Regierungsmitglied Opfer sunnitischer Extremisten geworden.

In der Nähe des Bagdader Armenviertels Sadr-Stadt ist offenbar erneut ein irakischer Abgeordneter ins Visier Aufständischer geraten. Auf offener Straße entführten Unbekannte den irakischen Vize-Minister für Elektrizität mitsamt seiner 19 Leibwächter, wie Vertreter des Innenministeriums sowie der Polizei sagten. Das zuständige Ministerium bestätigte die Entführung zunächst nicht. Allerdings erschien der Politiker Raad al Harith nicht wie geplant zum Dienst.

Der Konvoi des Regierungsmitglieds sei im Osten der Hauptstadt Bagdad von zahlreichen Bewaffneten in Militäruniform angegriffen worden, hieß es. Demnach lauerten die Angreifer dem Vizeminister mit bis zu sieben Fahrzeugen auf und blockierten dessen Weiterfahrt, bevor sie ihn in ihre Gewalt brachten. Ob es bei dem Überfall Tote und Verletzte gab, war zunächst nicht bekannt.

Mitglieder der von Schiiten dominierten Regierung sind häufig das Ziel von Anschlägen im Land. Der Aufstand wird von radikalen Sunniten getragen, die die von den USA unterstützte Regierung stürzen wollen. Die Regierung hatte bei ihrem Amtsantritt der Gewalt den Kampf angesagt und kürzlich einen Versöhnungsplan vorgelegt.

Al-Kaida-Extremisten haben wiederholt allen Sunniten mit dem Tod gedroht, die sich am politischen Wiederaufbau im Irak beteiligen. Sunniten führten unter dem gestürzten Präsidenten Saddam Hussein das Land. Die jetzige Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al Maliki hat in ihrem jüngst vorgestellten Versöhnungsplan die Religionsgruppe zur Mitarbeit aufgerufen.

Erst am Sonntag hatten Aufständische bei einem Bombenattentat in dem Viertel, eine Hochburg der Mehdi-Miliz des radikalen schiitischen Geistlichen Moktada al Sadr, viele Menschen getötet. Im Schiiten-Bezirk Schaab wurde am Wochenende zudem eine sunnitische Abgeordnete samt Leibwächtern entführt.

DPA/Reuters DPA Reuters

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