Ursula von der Leyen bezieht Stellung und erntet Kritik. Trump will den Krieg schnell abschließen, der Iran aber spielt auf Zeit. Alle Entwicklungen zum Irankrieg im Liveblog.
Wichtige Updates
Yannik Schüller
Hier die aktuell wichtigsten Meldungen:
- US-Präsident Donald Trump hat überraschend erklärt, der Krieg „so gut wie abgeschlossen“ – der Iran verfüge über keine Marine, keine Kommunikationswege und keine Luftwaffe mehr. Die iranischen Revolutionsgarden widersprechen vehement.
- Hunderttausende Menschen sollen laut iranischen Staatsmedien an den organisierten Solidaritätskundgebungen für den neuen Revolutionsführer Modschtaba Chamenei teilgenommen haben.
- Der Angriff auf eine Mädchenschule im Iran vergangene Woche, bei dem angeblichj 150 Menschen starben, soll von den USA offiziell untersucht werden.
- Australien gewährt der iranischen Frauen-Fußballnationalmannschaft Asyl. Mehr dazu hier.
- Der hochrangige iranische Funktionär Ali Laridschani hat neue Drohungen Trump mit einer Warnung erwidert: „Passen Sie selbst auf, dass Sie nicht ausgelöscht werden.“
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Thomas Krause
Die US-Regierung hat Israel einem Medienbericht zufolge aufgefordert, Angriffe auf Irans Energieinfrastruktur einzustellen. Das Gesuch sei auf hoher politischer Ebene und an Israels Generalstabschef Ejal Samir übermittelt worden, meldet das Portal Axios unter Berufung auf Insider. Die US-Regierung habe ihr Anliegen unter anderem damit begründet, dass man nach dem Krieg mit dem iranischen Ölsektor zusammenarbeiten wolle. Zudem bestehe die Sorge, dass derartige Angriffe der iranischen Bevölkerung schadeten und massive Vergeltungsschläge gegen die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten auslösen könnten. Stellungnahmen des Weißen Hauses, des US-Außenministeriums sowie der israelischen Botschaft in Washington liegen zunächst nicht vor.
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Thomas Krause
Das Weiße Haus dementiert Angaben aus der US-Regierung über die angebliche Eskortierung eines Öltankers in der Straße von Hormus. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, stellte in Washington klar, die US-Marine habe „bislang keinen Tanker oder ein anderes Schiff eskortiert“.
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Thomas Krause
Die US-Geheimdienste verzeichnen laut Journalisten des Senders CBS News Anzeichen dafür, dass der Iran Vorbereitungen zur Verlegung von Minen in der Straße von Hormus treffe. Eine Bestätigung des auf dem Kurznachrichtendienst X verbreiteten Berichts liegt zunächst nicht vor.
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Thomas Krause
Bis zu 150 Mitglieder der US-Truppen sind Insidern zufolge bislang im Krieg gegen den Iran verwundet worden. Die gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters genannte Zahl ist weitaus höher als die vom Pentagon offiziell verbreitete, wonach bisher acht US-Truppenangehörige schwer verletzt wurden. Kurz nach Veröffentlichung des Reuters-Berichts bestätigt das Pentagon die Angaben und erklärt, etwa 140 Militärangehörige seien innerhalb von zehn Tagen verwundet worden. Die meisten Verletzungen seien geringfügig gewesen. 108 Truppenangehörige leisteten bereits wieder ihren Dienst.
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Thomas Krause
Mit einem Tweet zur angeblichen Eskortierung eines Öltankers durch die Straße von Hormus stiftet US-Energieminister Chris Wright Verwirrung: Kurz nachdem er im Onlinedienst X von einer „erfolgreichen“ Eskorte für einen Tanker durch die Meerenge geschrieben hatte, löschte Wright seinen Beitrag wieder. Die iranischen Revolutionsgarden erklären, kein US-Schiff habe es gewagt, sich der Meerenge zu nähern. Die Ölpreise hatten zwischenzeitlich deutlich nachgegeben.
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Kai Müller
Viele Ziele im Iran stehen in Flammen, möglicherweise entfacht durch Phosphorbomben. Auf Fotos von israelischen Kampfjets sind Bomben zu sehen, die das Brandmittel enthalten:
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Kai Müller
Scharfe Kritik aus Teheran an EU-Kommissionspräsidentin
Das iranische Außenministerium wirft EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor, auf der „falschen Seite der Geschichte“ zu stehen. Von der Leyen hatte zuvor auf X erklärt: „Die Menschen im Iran verdienen Freiheit, Würde und das Recht, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden. Auch wenn wir wissen, dass dies während und nach dem Krieg mit Gefahren und Instabilität verbunden sein wird.“
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghaei reagiert ebenfalls auf X. Er beschuldigt von der Leyen, „Besatzung, Völkermord und Gräueltaten“ gebilligt zu haben und jetzt „Kriegsverbrechen der USA und Israels“ im Iran reinzuwaschen. „Schweigen angesichts von Gesetzlosigkeit und Gräueltaten ist nichts weniger als Mittäterschaft“, so der Sprecher.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghaei. Ahmet Dursun / Anadolu / Picture Alliance
„Schweigen angesichts von Gesetzlosigkeit und Gräueltaten ist nichts weniger als Mittäterschaft“Irans Außenamtssprecher Ismail Baghaei
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Kai Müller
Der Iran und Israel werfen einander vor, Streumunition eingesetzt zu haben. Viele Nationen dürfen sie gar nicht nutzen – so wie einige andere „geächtete“ Waffen. Eine Übersicht (stern+):
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Kai Müller
Irans Parlamentspräsident droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf droht mit Vergeltung für Angriffe auf die Infrastruktur im Iran. „Der Feind sollte wissen, dass alles, was er tut, zweifellos eine verhältnismäßige und sofortige Reaktion nach sich ziehen wird“, erklärt Ghalibaf am Donnerstag im Onlinedienst X.
„Wir handeln heute nach dem Prinzip ‚Auge um Auge', ohne Kompromisse, ohne Ausnahmen“, fährt er fort. „Wenn sie einen Krieg gegen die Infrastruktur beginnen, werden wir zweifellos die Infrastruktur ins Visier nehmen.“
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Kai Müller
Iran droht bei „Feindhilfe“ mit härtesten Strafen
Die iranische Justiz warnt die Bevölkerung eindringlich davor, mit Israel oder den USA zu kooperieren. Justizsprecher Asghar Dschahngiri erklärte auf dem offiziellen Justizportal, nach geltendem Recht könnten auf jede Handlung, die als Unterstützung des Feindes eingestuft werden, schwerste Strafen verhängt werden – bis hin zur Todesstrafe oder Beschlagnahme von Eigentum.
Zudem warnt der Sprecher ausdrücklich Medien davor, sicherheitsrelevante Vorgaben zu missachten und an sensiblen Orten zu filmen. Laut Kultusministerium dürfen Bilder und Informationen über angegriffene Ziele im Inland nur mit Genehmigung des Generalstabs veröffentlicht werden.
Weil das Internet im Iran seit Kriegsbeginn blockiert ist, verschickt der Geheimdienst Botschaften per SMS auf Handys. In einer wurde an das „Gesetz zur Verschärfung der Bestrafung der Zusammenarbeit mit dem zionistischen Regime (Israel) und den feindlichen Staaten“ erinnert.
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Thomas Krause
Kurz vor dem Abflug von Außenminister Wadephul (CDU) nach einem überraschenden Kurzbesuch in Israel ist es in dem Land erneut zu Raketenalarm gekommen. Während das Militär-Transportflugzeug der Bundeswehr vom Typ A400M am internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv stand, gab es eine Vorwarnung vor einem neuen Raketenangriff aus dem Iran. Auch Einwohner des Großraums Tel Aviv berichten, sie hätten entsprechende Warnungen erhalten.
Wadephul und begleitende Personen mussten daraufhin das Flugzeug wieder verlassen und sich im Laufschritt in Richtung eines Schutzbunkers begeben. Kurz darauf kam die Entwarnung. Beim Wiedereinsteigen sagte Wadephul „Alles wohlauf hier!“ und zeigte mit dem Daumen nach oben.
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Thomas Krause
In Saudi-Arabien stellt eine der größten Raffinerien der Welt nach einem Drohnenangriff vorerst den Betrieb ein. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, verlautet aus Unternehmenskreisen. Offiziell meldeten die Behörden in Saudi-Arabien einen Drohnenangriff auf ein Industriegebiet in Ruwais, wo auch die Raffinerie steht.
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Thomas Krause
Israel hat nach den Worten von Außenminister Gideon Saar kein Interesse an einem dauerhaften Krieg im Konflikt mit dem Iran. „Wir streben keinen endlosen Krieg an“, sagt Saar nach dem Treffen mit Bundesaußenminister Wadephul (CDU) in Jerusalem. Israel habe seit Kriegsbeginn enorme Erfolge erzielt, über die er seinen Amtskollegen informiert habe, sagt Saar.
Zu gegebener Zeit wolle sich das Land mit den US-Partnern abstimmen, „wann wir denken, dass der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist“, erklärt Israels Chefdiplomat auf die Frage, wann Israel seine Kriegsziele erreicht sähe. Einen genauen Zeitplan für das weitere Vorgehen wollte Saar allerdings nicht nennen.
Zu gegebener Zeit wolle sich das Land mit den US-Partnern abstimmen, „wann wir denken, dass der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist“, erklärt Israels Chefdiplomat auf die Frage, wann Israel seine Kriegsziele erreicht sähe. Einen genauen Zeitplan für das weitere Vorgehen wollte Saar allerdings nicht nennen.
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Thomas Krause
Bei seinem Besuch in Israel warnt Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) vor einem möglichen Zerfall des Iran durch den Krieg. Die territoriale Integrität des Iran müsse gewahrt werden, sagt Wadephul nach einem Treffen mit dem israelischen Außenminister Gideon Saar in Jerusalem. „Niemand kann ein Interesse an Chaos oder Bürgerkrieg oder dem Zerfall Irans haben. Die Wirkungen wären erheblich und würden wir auch in Europa zu spüren bekommen.“
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DPA · AFP · Reuters · SID
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