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Syrien und Irak: Schwere Rückschläge für Islamischen Staat

Iraks Armee hat offenbar die strategisch wichtige Erdölraffinerie Baidschi vom Islamischen Staat endgültig zurückerobert. Auch die Kurden in Kobane melden Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz.

Schwere Granatenexplosion in Kobane: Nach Angaben eines Kurdenvertreters sollen die IS-Terroristen nur noch knapp 20 Prozent der Stadt beherrschen.

Schwere Granatenexplosion in Kobane: Nach Angaben eines Kurdenvertreters sollen die IS-Terroristen nur noch knapp 20 Prozent der Stadt beherrschen.

Aus Syrien und dem Irak wird von Erfolgen im Kampf gegen den Islamischen Staat berichtet: Irakische Sicherheitskräfte haben nach eigenen Angaben die Blockade der strategisch wichtigen Erdölraffinerie Baidschi endgültig gebrochen. Alle von der Terrormiliz gelegten Minen und Sprengsätze im Umfeld der Anlage seien entfernt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Das irakische Staatsfernsehen zeigte Livebilder aus Baidschi, auf denen die Erdölraffinerie und jubelnde Soldaten zu sehen waren.

IS-Kämpfer hatten die größte Erdölraffinerie des Landes rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad über Wochen belagert. Am vergangenen Freitag meldete die irakische Armee, sie habe Baidschi von den Extremisten zurückerobert. Laut Militärexperten war dieser Erfolg der Regierungstruppen ein schwerer Rückschlag für den IS.

Kurden melden Erfolge in Kobane

Auch in der nordsyrischen Stadt Kobane gerät der IS zunehmend in die Defensive: Nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte haben die kurdischen Verteidiger die Terroristen in den vergangenen Wochen zurückgedrängt. Sie hätten sechs Gebäude zurückerobert sowie Waffen und Munition erbeutet, teilte die in Großbritannien ansässige oppositionsnahe Beobachtergruppe mit. Die Gebäude lägen im Norden der Stadt nahe den strategisch wichtigen Verwaltungseinrichtungen Kobanes. Bei Kämpfen seien 13 IS-Kämpfer getötet worden.

Der Islamische Staat versucht seit September, die an der Grenze zur Türkei liegende Stadt einzunehmen. Als die auch Ain al-Arab genannte Stadt kurz vor dem Fall stand, ließ die Türkei Ende Oktober kurdische Kämpfer aus dem Irak über ihr Territorium nach Kobane. Außerdem unterstützen US-Kampfflugzeuge die Kurden mit Luftangriffen auf IS-Stellungen. Seitdem haben die Kurden anscheinend größere Teile der Stadt wieder von den IS-Kämpfern befreit.

"Während der letzten Tage haben wir große Fortschritte im Osten und Süden gemacht", sagte Idris Nassan, ein Vertreter der Stadtverwaltung. Er gehe davon aus, dass der IS derzeit weniger als 20 Prozent der Stadt beherrsche. Im Oktober war noch von etwa 40 Prozent die Rede gewesen.

mad/DPA/Reuters / DPA / Reuters
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