Israelischer Präsident Katzav gesteht sexuelle Belästigung


Mosche Katzav hat die sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen zugegeben und will zurücktreten. Dank eines Deals mit der Staatsanwaltschaft entgeht der israelische Präsident aber dem Gefängnis. Frauenorganisationen protestierten gegen die Entscheidung.

Israels Präsident Mosche Katzav hat sexuelle Vergehen eingestanden, um einer Gefängnisstrafe wegen Vergewaltigung zu entgehen. Katzav werde einer Vereinbarung mit der Generalstaatsanwaltschaft zufolge zudem zurücktreten, teilte der Chef der Anklage, Menachem Masus, mit. Medienberichten zufolge sollte Katzav seinen Rücktritt noch am selben Tag erklären. Er würde innerhalb von 48 Stunden in Kraft treten. Das Parlament hat bereits den bisherigen Vize-Ministerpräsidenten Schimon Peres zum Nachfolger gewählt. Katzavs Amtszeit wäre regulär Mitte Juli ausgelaufen. Wegen der Vorwürfe lässt er das Amt aber bereits seit Monaten ruhen.

Katzav soll mehrere Mitarbeiterinnen sexuell belästigt oder sogar vergewaltigt haben. Der scheidende israelische Präsident hat mit Blick auf Vorwürfe wegen sexueller Nötigung eine Übereinkunft mit der Staatsanwaltschaft getroffen. Katzav hat demnach schriftlich sexuelle Belästigung von Mitarbeiterinnen in zwei Fällen sowie Zeugenbelästigung eingeräumt und muss Entschädigung zahlen. Dafür sind weitere Anklagepunkte wegen Vergewaltigung und Korruption fallen gelassen worden. Katzav, der sein Amt seit Januar ruhen lässt, soll laut Masus eine Bewährungsstrafe erhalten und als "Akt der Verantwortung" in aller Form zurücktreten. Zu seinem Nachfolger wurde kürzlich Schimon Peres gewählt, der vom 15. Juli an Israels Staatsoberhaupt sein wird.

Prosteste gegen Vereinbarung

Der Generalstaatsanwalt erklärte, er habe sich bei einer Anhörung in einigen Punkten von den Anwälten Katzavs überzeugen lassen, die auch neue Beweise vorgelegt hätten. Eine außergerichtliche Einigung habe er jedoch abgelehnt. Man habe sich letztlich auf eine abgeschwächte Anklageschrift geeinigt. Die erste Beschwerdeführererin gegen Katzav, deren Vorwürfe fallen gelassen werden sollen, hat bereits eine Klage vor dem Obersten Gericht in Jerusalem gegen die Vereinbarung angekündigt. Auch israelische Frauenorganisationen laufen Sturm gegen die Übereinkunft zwischen dem Präsidenten und der Staatsanwaltschaft.

DPA DPA

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