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Ruby-Prozess Berlusconi soll Zeuginnen mit zehn Millionen Euro bestochen haben


Nach dem Freispruch im Fall Ruby droht Silvio Berlusconi der nächste Prozess. Laut Staatsanwaltschaft soll der milliardenschwere Ex-Regierungschef 21 Zeuginnen gekauft haben.

Italiens Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi droht in der Affäre um "Bunga-Bunga"-Partys in seiner Villa ein weiterer Prozess. Die Staatsanwaltschaft sei nach Abschluss ihrer Ermittlungen überzeugt, dass der 78-Jährige mehrere Frauen für Aussagen zu seinen Gunsten bestochen haben soll, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Mailand. Es wird erwartet, dass sie die Eröffnung eines Verfahrens beantragt.

Berlusconi und den Frauen, darunter die Marokkanerin Karima El Mahroug, genannt Ruby, werden Korruption und Falschaussagen vorgeworfen. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll Berlusconi den jungen Frauen im Gegenzug für ihr Schweigen oder ihre Falschaussagen zu den Geschehnissen in seiner Villa mehr als 10 Millionen Euro gezahlt haben. Allein "Ruby" soll etwa 7 Millionen Euro erhalten haben.

Insgesamt 21 Frauen, die im Ruby-Prozess für Berlusconi ausgesagt hatten, sollen Geld von dem Milliardär erhalten haben. Der dreimalige Regierungschef war im März in dem spektakulären Prozess um Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch in letzter Instanz freigesprochen worden. Die Anklage hatte ihm vorgeworfen, bei den "Bunga-Bunga"-Partys in seiner Villa Arcore bei Mailand Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben, darunter auch Ruby.

jka DPA

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