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Historischer Gipfel Jahrestag von Trump-Kim-Treffen: Nordkorea ist "verzweifelt" über Beziehung zu USA


Vor zwei Jahren waren erstmals die Führer der USA und Nordkorea zusammengekommen. Was ist vom historischen Gipfel von Donald Trump und Kim Jong Un geblieben? "Aus Hoffnung wurde ein dunkler Albtraum", schrieb jetzt Nordkoreas Außenminister. 

Am zweiten Jahrestag des historischen Gipfeltreffens von Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Führung in Pjöngjang ihre "Verzweiflung" über den aktuellen Zustand der Beziehungen zu Washington bekundet. Im Verhältnis beider Staaten gebe es eine "rasch fortschreitende Verschlechterung", beklagte Nordkoreas Außenminister Ri Son Gwon in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung.

Nordkorea will Militär ausbauen

Hauptgrund des jahrzehntealten Streits zwischen den Staaten, ist die Forderung nach  Aufgabe des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms – doch diese sei "sinnlos", wie Ri sagte. Im Gegenteil: Nordkoreas Ziel sei es, seine militärischen Kräfte auszubauen. Trumps Regierung wirft er vor, die Verhandlungen bloß zu politischen Zwecken zu nutzen und in Wirklichkeit sein Land militärisch weiter zu bedrohen.

Wann immer Außenminister Mike Pompeo und andere US-Vertreter ihren Mund öffneten, "machen sie unsinnige Äußerungen, wonach die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel ein Ziel der USA ist", wurde Ri von den Staatsmedien zitiert. Das einzige sichere strategische Ziel seines Landes sei es, "zuverlässigere Kräfte aufzubauen, um mit den langfristigen militärischen Drohungen durch die USA umzugehen".

Hoffnung in Verzweifelung umgeschlagen

Die Botschaft an Washington sendet die Regierung in Pjöngjang zum zweiten Jahrestag des Gipfels, der am 12. Juni 2018 in Singapur stattfand. Leider aber seien die durch das Treffen geweckten Hoffnungen in "Verzweiflung" umgeschlagen, so Ri. Er warf der US-Regierung vor, sie sei "wild entschlossen", die Spannungen zwischen beiden Ländern zu verschärfen. Anstelle von Hoffnungen auf "Frieden und Wohlstand auf der koreanischen Halbinsel" herrsche nun ein "dunkler Albtraum".

Bei dem Singapurer Gipfel hatte Kim eine vollständige Denuklearisierung seines Landes in Aussicht gestellt. Umgekehrt erhoffte er sich einen zügigen und möglichst umfassenden Abbau der gegen sein Land verhängen Wirtschaftssanktionen. Die Vereinbarungen von Singapur waren aber nur vage, und die späteren Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm kamen nicht voran - obwohl sich Trump noch zwei Mal mit Kim traf.

Im Februar 2019 kamen der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber zu einem weiteren Gipfel in Hanoi zusammen, der jedoch scheiterte. Im Juni vergangenen Jahres folgte dann ein - allerdings nur kurzes und informelles - Treffen zwischen Trump und Kim im Grenzgebiet zwischen Nord- und Südkorea. Seit dem Scheitern des Gipfels von Hanoi liegen die Nuklearverhandlungen beider Länder auf Eis.

nik AFP DPA

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