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Von Trump gefeuert: FBI-Chef verabschiedet sich mit emotionalem Brief

James Comey ist nicht mehr Chef des FBI - und das nicht freiwillig. Der geschasste 56-Jährige beschreibt in einem Brief an seine Mitarbeiter seine Gefühlslage und deutet an, was er von der Entscheidung des Präsidenten hält.

Ex-FBI-Direktor James Comey

Ex-FBI-Direktor James Comey kann schon wieder lächeln

Als James Comey während einer Rede in Los Angeles von einem TV-Bildschirm von seiner Kündigung erfuhr, hielt der FBI-Chef das Ganze zunächst für einen Witz. Doch das Lachen sollte ihm schnell vergehen. In einem sehr umstrittenen Schritt hat US-Präsident Donald Trump den Mann gefeuert, dessen Behörde die Ermittlungen gegen sein Wahlkampfteam wegen möglicher Einflussnahme durch Russland leitet. Jetzt hat sich Comey in einem emotionalen Brief von seinen Mitarbeitern verabschiedet.

"Mir war schon immer klar, dass ein Präsident den FBI-Direktor mit irgendeinem Grund feuern kann, oder auch ohne Grund", beginnt Comey seine mit "An alle" überschriebene Nachricht, die US-Medien vorliegt. "Ich werde keine Zeit darauf verwenden, mich mit dieser Entscheidung, oder damit, wie sie ausgeführt wurde, zu beschäftigen", so Comey weiter. "Es ist erledigt, und mir wird es gut gehen, auch wenn ich Euch und die Mission sehr vermissen werde."

Ex-FBI-Direktor James Comey

Ex-FBI-Direktor James Comey kann schon wieder lächeln


James Comey: "Ich danke Euch für dieses Geschenk"

Er beschreibt das FBI als einen "Felsen der Kompetenz, Ehrlichkeit und Unabhängigkeit". Es sei "sehr schwer" für ihn, die Behörde verlassen zu müssen. Seine ehemaligen Mitarbeiter seien "eine Gruppe von Menschen, die sich verpflichtet fühlt, nur das Richtige zu tun". Er hoffe, dass "Ihr weiterhin unsere Werte lebt" sowie "das amerikanische Volk beschützt und die Verfassung aufrechterhaltet". Wenn sie dies täten, "werdet auch Ihr traurig sein, wenn Ihr gehen müsst". Mit den Menschen beim FBI zu arbeiten sei, "eine der großen Freuden meines Lebens" gewesen. "Ich danke Euch für dieses Geschenk".

US-Präsident Donald Trump hatte den 56-jährigen Comey auf Empfehlung seines Justizministers und dessen Stellvertreters entlassen. Zur offiziellen Begründung hieß es, Comey sei nicht in der Lage, das FBI ordentlich zu führen. Ironischerweise wurde dabei auf sein Verhalten in der E-Mail-Affäre um Hillary Clinton verwiesen, das zum einen bereits Monate zurückliegt und zum anderen Trump vermutlich mit zum Wahlsieg verhalf. Comey hatte Ende Oktober öffentlich gemacht, dass er die Ermittlungen gegen Clinton wieder aufnehmen werde, weil neue E-Mails aufgetaucht seien. Diese stellten sich zwar bereits kurz darauf als nichtig heraus. Der Imageschaden für Clinton wenige Tage vor der Präsidentenwahl war jedoch enorm.


fin