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Verärgerter US-Präsident "Was für ein dummer Scheißkerl": Biden beleidigt Reporter – und sein Mikrofon ist noch an

US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus in Washington
Verbaler Ausrutscher: US-Präsident Joe Biden am Montag im Weißen Haus in Washington
© Brendan Smialowski / AFP
US-Präsident Joe Biden inszeniert sich gerne als Inbegriff von Anstand, Würde und Respekt, doch der 79-Jährige ist auch für verbale Ausrutscher bekannt. Und der, den er sich jetzt geleistet hat, geht sogar in die Geschichtsschreibung ein.

US-Präsident Joe Biden ist wegen eines noch angeschalteten Mikrofons bei der vulgären Beschimpfung eines Journalisten erwischt worden. "Was für ein dummer Scheißkerl", sagte Biden am Montag im Weißen Haus über den Reporter Peter Doocy vom konservativen Nachrichtensender Fox News, wie auf Aufnahmen zu hören ist. Das Weiße Haus nahm die Bemerkung später sogar ins offizielle Protokoll der Pressekonferenz auf.

Doocy hatte Biden zum Ende einer Pressekonferenz beim Herauslaufen gefragt, ob die hohe Inflation in den USA seiner Demokratischen Partei bei den Kongress-Zwischenwahlen im November schaden könnte. "Nein, es ist ein großartiger Pluspunkt, mehr Inflation", sagte der noch an seinem Pult stehende Biden sarkastisch. Er murmelte daraufhin mit leiser Stimme. "Was für ein dummer Scheißkerl."

Biden verwendete dabei den Ausdruck "stupid son of a bitch". "Son of a bitch" kann mit "Scheißkerl", "Mistkerl" oder "Kotzbrocken" übersetzt werden und gilt in den USA als weniger schlimme Beleidigung als die wörtliche deutsche Übersetzung "Hurensohn". Bidens Äußerungen waren auf den Aufnahmen klar zu vernehmen.

Die dramatisch gestiegene Inflationsrate in den USA ist in der Tat ein großes politisches Problem für Biden und seine Demokraten mit Blick auf die Kongresswahl im November. Steigende Preise schaffen Unmut in der Bevölkerung.

Joe Biden telefoniert persönlich mit Peter Doocy

Doocy, der als Korrespondent seines Senders im Weißen Haus arbeitet, nahm Bidens Kommentar mit Humor. In einer Schalte mit seinem Sender kurz nach dem Vorfall sagte ein anderer Fox-News-Kollege spöttisch zu ihm, er finde, der Präsident habe eigentlich Recht. Doocy entgegnete grinsend: "Ja, bis jetzt hat noch niemand einen Faktencheck dazu gemacht und gesagt, dass es nicht stimmt." Später erklärte der Reporter, dass Biden ihn angerufen habe. Dabei habe der US-Präsident gesagt: "Es ist nichts Persönliches, Kumpel."

Fox News ist bekannt für eine äußerst kritische Berichterstattung über Biden, Doocy selbst fällt immer wieder mit hartnäckigen und auch provokativen Fragen an den Präsidenten auf. Der erzkonservative Sender war lange Zeit auch der Lieblingskanal von Bidens Vorgänger Donald Trump und dient diesem noch heute immer wieder als Propagandainstrument.

Biden wiederum inszeniert sich üblicherweise gerne als Inbegriff von Anstand, Würde und Respekt, ist allerdings bekannt dafür, dass er sich gerne umgangssprachlich äußert und sich auch immer wieder verbale Ausrutscher leistet. Er hatte zu Beginn seiner Amtszeit seinen Mitarbeitern eingetrichtert, Journalisten gegenüber mit Respekt aufzutreten. Er wollte sich damit von Trump abgrenzen, der Journalisten immer wieder offen attackiert hatte.

Das Weiße Haus schien zu Bidens Bemerkung zu stehen: In der offiziellen Abschrift der Pressekonferenz wurde sie protokolliert – und geht damit in die offizielle Geschichtsschreibung ein. "Das gibt dem Ganzen das gewisse Etwas", kommentierte die Korrespondentin der "New York Times", Katie Rogers, auf Twitter.

mad AFP DPA

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