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Kampfstoffe: Bagdad will Informationen vorlegen

Die irakische Regierung will die von ihr angekündigten neuen Informationen über den Verbleib früherer Bestände des Milzbranderregers (Anthrax) und des Nervengases VX in den nächsten Tagen vorlegen.

Das berichtete der arabischen TV-Sender El Dschasira heute. Bei der UN-Waffenkommission UNMOVIC in New York hieß es, dass Bagdad die Übergabe des Materials noch nicht offiziell angekündigt habe.

Gleichzeitig erklärte der irakische Außenminister Nadschi Sabri in einem Interview mit dem Sender, Bagdad werde über den vom britischen Ministerpräsidenten Tony Blair vorgelegten Sechs-Punkte-Plan für eine neue UN-Resolution zum Irak "nicht einmal diskutieren". Darin wird unter anderem von Präsident Saddam Hussein ein öffentliches Eingeständnis, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügt und sie jetzt rasch vernichten wird, verlangt.

UNMOVIC-Sprecher Ewen Buchanan sagte, dass der VX-Bericht nach Pressemeldungen aus Bagdad bereits an diesem Freitag erwartet werde und der Bericht über den Verbleib der Milzbranderreger einige Tage später. Bagdad hatte den UN-Inspekteuren konkretere Angaben über die einst vorhandenen Mengen dieser chemischen und biologischen Kampfstoffe versprochen.

In ihrem 12.000-seitigen Waffendossier vom Dezember hatte die irakische Führung zwar erklärt, 3,9 Tonnen VX und 800 Liter Anthrax vernichtet zu haben, jedoch keine weitere Dokumentation für die Beseitigung der Kampfstoffe geliefert. Daraufhin verlangte UN-Chefinspekteur Hans Blix vom Irak, dass ihm entweder Beweise für die Vernichtung oder aber Augenzeugen zur Verfügung gestellt werden.

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