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Karim Popal: Schwere Vorwürfe gegen Anwalt der Kundus-Opfer

Der Bremer Rechtsanwalt Karim Popal, der die Opfer des Luftangriffs von Kundus vertritt, soll den internationalen Truppen in Afghanistan angeblich willkürliche Tötungen unterstellt haben. Popal bezeichnet den Vorwurf als "absoluten Quatsch".

Der Anwalt der Opfer des Luftangriffs von Kundus, Karim Popal, ist mit Äußerungen bei einem Afghanistan-Besuch in die Kritik geraten. Nach Recherchen des SWR-Magazins "Report Mainz" soll der Bremer Rechtsanwalt bei Gesprächen in Kundus den internationalen Truppen in Afghanistan willkürliche Tötungen unterstellt haben. Zudem gebe es Zweifel an seinen Zahlenangaben zu Opfern und Mandanten. Dorfälteste in Kundus hätten sich inzwischen von dem Anwalt distanziert, berichtete der Sender. Popal sagte dazu in Bremen: "Diese Vorwürfe weise ich absolut zurück."

Der Anwalt verhandelt zurzeit in Afghanistan mit Vertretern des Verteidigungsministeriums über Entschädigungszahlungen für Hinterbliebene der zivilen Opfer des Luftangriffs vom 4. September. "Report Mainz" berichtete, auf einem ihm vorliegenden Video von Mitte November sage Popal zu Dorfältesten bei Kundus über das Vorgehen der europäischen und amerikanischen Truppen: "In verschiedenen Orten ist es so: Sie gehen in die Dörfer und töten Menschen, weil sie einen langen Bart tragen und sich wie die Taliban kleiden. In Afghanistan tragen viele Leute einen Bart und tragen einen Turban."

Der Grünen-Obmann im Bundestags-Untersuchungsausschuss zur Kundus-Affäre, Omid Nouripour, sprach in dem Magazinbeitrag von "Agitation der übelsten Sorte". Die Generalsekretärin von Amnesty International Deutschland, Monika Lüke, sagte demnach: "Das hat überhaupt keine friedensstiftende Wirkung, sondern schürt ja eher die Auseinandersetzung."

Popal bezeichnete den Vorwurf, von willkürlichen Tötungen gesprochen zu haben, als "absoluten Quatsch". "Das habe ich nicht gesagt", sagte er.

DPA / DPA