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Klage von Julie Gayet: Hollande-Geliebte erhält Schadenersatz von "Closer"

Die Zeitschrift "Closer" hatte als erste über die Affäre zwischen dem französischen Präsidenten und der Schauspielerin Julie Gayet berichtet. Einer Klage Gayets gegen "Closer" wurde nun stattgegeben.

Für Julie Gayet ist es eine Genugtuung, für das Magazin "Closer" eine leicht zu verschmerzende Strafe: Wegen der Enthüllung der heimlichen Liebesaffäre zwischen der Schauspielerin und Frankreichs Staatschef François Hollande ist das Klatschblatt zur Zahlung von 15.000 Euro an die 41-Jährige verdonnert worden. Das Magazin muss zudem die Verurteilung laut der Gerichtsentscheidung vom Donnerstag auf seiner Titelseite abdrucken.

Die im Januar von "Closer" enthüllte Liebesaffäre von Hollande und Gayet hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Das Magazin berichtete unter der Überschrift "Die heimliche Liebe des Präsidenten" von Treffen des sozialistischen Staatschefs mit der Schauspielerin in einer Wohnung nahe des Elysée-Palasts in Paris. Das Magazin druckte dazu Paparazzi-Fotos ab, die zeigten, wie Hollande sich mit einem Motorroller zu der Wohnung fahren ließ.

Hollande, zu diesem Zeitpunkt noch mit der Journalistin Valérie Trierweiler liiert, reagierte erbost auf die Enthüllung. Der 59-Jährige verzichtete aber darauf, rechtlich gegen "Closer" vorzugehen. Gayet hingegen verklagte das Magazin wegen der Verletzung ihrer Privatsphäre auf 50.000 Euro. Die als diskret geltende Schauspielerin, die in mehr als 70 Filmen mitgespielt hat, stand plötzlich ungewollt im Rampenlicht. Nun bekommt sie laut Gerichtsentscheidung 15.000 Euro Schadensersatz.

"Treibjagd" auf Julie Gayet

Ihr Anwalt Jean Ennochi warf dem Magazin bei der Gerichtsverhandlung Anfang März "eine regelrechte Treibjagd" auf seine Mandantin und "Voyeurismus" vor. Das Magazin sprach von einem "allgemeinen Interesse" an der Enthüllung. So habe der Artikel Fragen zur Sicherheit des Staatschefs aufgeworfen.

Hollande hat den "Closer"-Bericht nie dementiert, sich aber auch nicht öffentlich zu Gayet geäußert. Rund zwei Wochen nach der Enthüllung trennte er sich von seiner langjährigen Partnerin Trierweiler. Nicht bekannt ist, in welchem Verhältnis Hollande und Gayet inzwischen stehen.

Das Gericht urteilte nun, Gayets Privatsphäre sei ebenso verletzt worden wir ihr Recht am eigenen Bild. "Closer" darf die Paparazzi-Bilder von Gayet nicht mehr weiterverbreiten. Das Gericht sprach der Schauspielerin, die aus einer früheren Beziehung zwei Kinder hat, aber deutlich weniger Schadenersatz zu, als von ihr gefordert.

Weitere Anzeige gegen Unbekannt

"Closer" werden die 15.000 Euro sicherlich nicht wehtun: Die Ausgabe mit der Enthüllung der Liebesaffäre fand an den Kiosken reißenden Absatz, 610.000 Exemplare wurden verkauft - das ist fast das Doppelte der üblichen Auflage.

Neben ihrer Klage gegen "Closer" hat Gayet auch Anzeige gegen Unbekannt wegen Verletzung ihrer Privatsphäre erstattet. Dabei geht es um ein Bild von ihr, das "Closer" eine Woche nach der ersten Enthüllung abdruckte. Auf dem Foto ist Gayet in einem Auto zu sehen, laut französischer Rechtsprechung gilt das Innere von Autos als privater und nicht öffentlicher Ort. Die Behörden haben als Folge der Anzeige Ermittlungen eingeleitet.

Gayet mied nach der Enthüllung ihrer Liebesaffäre mit Hollande über Wochen die Öffentlichkeit. Anfang März nahm sie dann überraschend an der Verleihung des französischen Filmpreises César teil. Sie war für eine Auszeichnung als beste Nebendarstellerin nominiert, ging aber leer aus.

amt/AFP / AFP