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Kolumbien: Farc-Rebellen lassen Soldaten und Polizisten frei

Farc-Rebellen haben am Montag in Kolumbien die letzten Polizisten und Militärs freigelassen, die sich seit über zehn Jahren in ihrer Hand befanden. Die Guerillagruppe bekundete, sie sei bereit zu Friedensgesprächen.

Die kolumbianischen Farc-Rebellen haben die letzten zehn verschleppten Polizisten und Soldaten freigelassen. Die vier Soldaten und sechs Polizisten seien einer humanitären Mission übergeben worden, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Montag mit. Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos sprach von einem "Schritt in die richtige Richtung", dieser sei aber "unzureichend" für die Aufnahme von Gesprächen.

Die Freilassung der teils bis zu 14 Jahren in Gefangenschaft gehaltenen Geiseln sei innerhalb mehrerer Stunden in einem ländlichen Gebiet an der Grenze der Bezirke Meta und Guaviare erfolgt, sagte IKRK-Sprecherin Maria Critina Rivera. Damit seien nun alle von der Farc angekündigten Freilassungen erfolgt. Ursprünglich wollten die Rebellen die zehn Geiseln in zwei Etappen am Montag und Mittwoch freilassen, sie rückten dann aber von dem Plan ab.

Die Freigelassenen wurden von Hubschraubern der brasilianischen Armee empfangen und zunächst in die Stadt Villavicencio gebracht. Dort wurde die Gruppe von Angehörigen empfangen. "Mein Vater hat ganz weiße Haare, meine Mutter hat sich gar nicht verändert und meine Frau ist noch schöner als früher", sagte der im Jahr 1999 von der Farc verschleppte Polizist José Libardo Forero dem Radiosender RCN über das Wiedersehen.

Rebellen wollen auf Entführungen verzichten

An der Kathedrale von Villavicencio hing ein Schild mit der Aufschrift "Wir feiern die Rückkehr unserer Helden ins Leben und in die Freiheit". Eine Ex-Geisel hüllte sich vor Freude in eine kolumbianische Flagge und alle Polizisten und Soldaten trugen ihre Uniformen. Die Gruppe wurde in Villavicencio von einem Ärzteteam empfangen, sollte später aber noch zu gründlichen medizinischen Untersuchungen in die kolumbianische Hauptstadt Bogotá gebracht werden.

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc), die größte und älteste Guerillagruppe Kolumbiens, hatten im Februar ein Ende von Entführungen angekündigt. Gleichzeitig hatten sie zugesagt, die letzten noch in ihrer Hand befindlichen zehn Sicherheitskräfte freizulassen. Entführungen waren lange Zeit ein Mittel der Rebellen, um ihren Aufstand zu finanzieren. Die bekannteste ehemalige FARC-Geisel ist die Politikerin Ingrid Betancourt.

Die Rebellen sollen Schätzungen von Rechtsorganisationen zufolge aber auch noch über hundert Zivilisten in ihrer Gewalt halten. Offiziell äußert sich die Gruppe aber nicht dazu. Die Ankündigung, fortan auf Entführungen zu verzichten, war nicht nur deswegen im Februar folglich mit Skepsis aufgenommen worden.

Santos begrüßte die Freilassung der zehn Sicherheitskräfte und erklärte erneut, er schätze die Absicht der Farc, von Entführungen künftig abzusehen. Gleichwohl sei das "nicht ausreichend", sagte er im Fernsehen und forderte die Freilassung aller mutmaßlich von der Farc noch gefangen gehaltener Zivilisten. Für die Aufnahme eines politischen Dialogs sei zudem der endgültige Stopp der Gewalt zudem eine wichtige Bedingung.

kave/AFP / AFP