Kolumbien Lebenszeichen von Ingrid Betancourt


Zum ersten Mal seit Jahren gibt es einen Lebensbeweis der verschleppten kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt. Auf einem Video wirkt die ehemalige Präsidentschaftskandidatin sichtlich abgemagert und sitzt auf einer Holzbank in einem Dschungelcamp.

Von der seit fünf Jahren in Kolumbien verschleppten ehemaligen Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt gibt es ein konkretes Lebenszeichen. Die Behörden stellten Videos der Rebellenorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sicher, wie die Regierung mitteilte. Darunter seien Bilder von Betancourt und drei entführten US-Bürgern. Die Videos wurden ohne Ton auf einer Pressekonferenz gezeigt.

Frankreich fordert Freilassung

Betancourt wirkt darauf mager und apathisch, sie ist offenbar gefesselt. Die insgesamt fünf Bänder seien bei der Festnahme von drei mutmaßlichen FARC-Mitgliedern beschlagnahmt worden, sagte der kolumbianische Unterhändler Luis Carlos Restrepo.

Ein Sprecher des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy erklärte, die Aufnahmen bewiesen, dass Betancourt noch am Leben sei. "Das ist der erste Lebensbeweis seit mehr als fünf Jahren", sagte David Martinon und forderte die FARC auf, ihre Geiseln freizulassen.

Die 2002 verschleppte Betancourt besitzt neben der kolumbianischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Seit ihrer Entführung hatten die FARC-Rebellen keine Bilder von ihr veröffentlicht. Die Aufnahmen Betancourts datieren nach kolumbianischen Angaben auf den 24. Oktober, die der Amerikaner stammen von Anfang des Jahres. Die Truppen hätten außerdem mehrere Briefe gefunden, die offenbar von den Geiseln geschrieben wurden, sagte Restrepo. Darunter sei einer von Betancourt an ihre Mutter, ebenfalls datiert auf den 24. Oktober.

Die FARC halten etwa 50 Geiseln zum Teil seit Jahren fest. Im Austausch für die Verschleppten verlangen die Rebellen die Freilassung hunderter inhaftierter Gesinnungsgenossen. Ein Vermittlungsversuch des venezolanischen Präsidenten Hugo Chàvez scheiterte in der vergangenen Woche, nachdem der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe Chàvez sein Mandat entzog. Direkte Verhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Guerilleros wurden im 2002 abgebrochen.

AP/DPA AP DPA

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